Die Schritte nach der Entlassung von der Intensivstation

Nach einem Aufenthalt auf der Intensivstation, insbesondere nach einer sehr schweren Erkrankung, ist der Weg der Erholung oft noch lang. Die Verlegung von der Intensivstation ist ein wichtiger und häufig emotionaler Schritt. Patientinnen, Patienten und Angehörige empfinden Freude, zugleich aber manchmal Sorge, die engmaschige Überwachung des Intensivteams zu verlassen. Anschließend folgen je nach Situation mehrere Etappen, bevor wieder ein möglichst normaler Alltag erreicht wird.

Verlegungsstress

Die Intensivstation verlassen zu können, ist eine gute Nachricht: Es ist der Beginn der nächsten Phase und des Lebens danach. Trotzdem kann dieser Moment für Patientinnen, Patienten und Angehörige beängstigend sein. Vertraute Abläufe gehen verloren, und man verlässt ein Team, mit dem man sehr intensive Situationen erlebt und möglicherweise enge Vertrauensbeziehungen aufgebaut hat. Die Belastung, die beim Wechsel von der Intensivstation auf eine nachgelagerte Station entstehen kann, wird als „Verlegungsstress“ bezeichnet. Ursachen sind die neue Umgebung, die geringere technische Überwachung und ein niedrigerer Personalschlüssel. Wer sich gesundheitlich stabilisiert, benötigt nicht mehr die ständige Nähe des Intensivteams. In Frankreich betreut auf einer Intensivstation eine Pflegefachperson in der Regel zwei oder drei Patientinnen und Patienten; auf Überwachungs- und Normalstationen sind deutlich mehr Menschen pro Pflegekraft üblich. Diese Umstellung kann schwierig sein. Häufig wird den Betroffenen in dieser Phase auch ihre eigene Verletzlichkeit und der noch bevorstehende Rehabilitationsweg stärker bewusst. Angehörige können jetzt eine wichtige Rolle spielen, indem sie unterstützen, beruhigen und helfen, schrittweise wieder Selbstvertrauen zu gewinnen. Vor einer Verlegung stellt das Intensivteam sicher, dass die intensive Überwachung nicht mehr erforderlich ist.
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Erfahrungsbericht von Dr. Arifoglio – Entlassung von der Intensivstation und Verlegungsstress

Témoignage de Céline
La sortie de réa, un moment déstabilisant

Je nach individuellem Bedarf kann eine Patientin oder ein Patient nach der Entlassung von der Intensivstation einige oder alle der folgenden Stationen durchlaufen. Jeder Genesungsweg ist individuell und wird an die persönliche Situation angepasst.

Verlegung in eine andere Abteilung des Krankenhauses

SRPR-Einheiten sind in Frankreich spezialisierte Rehabilitationsbereiche für Patientinnen und Patienten, bei denen nach Stabilisierung anderer Organfunktionen weiterhin eine ausgeprägte Atem- und/oder neurologische Beeinträchtigung besteht. Sie sind für Menschen vorgesehen, die noch sehr spezielle, sonst typischerweise intensivmedizinische Versorgung benötigen: schwierige Entwöhnung von der Beatmung, maschinelle Beatmung über eine Trachealkanüle oder Betreuung nach längerem Koma mit hohem technischem Pflege- und Überwachungsbedarf. SRPR-Einheiten arbeiten eng mit einer Intensivstation oder einer Intermediate-Care-/Überwachungsstation zusammen. Ziel ist eine individuell angepasste Rehabilitation mit der notwendigen medizinischen und technischen Überwachung sowie einem spezialisierten Rehateam. Der Aufenthalt kann für Patientinnen und Patienten sehr intensiv sein: Je nach Bedarf finden zahlreiche Einheiten aus Physiotherapie, Neuropsychologie, Ergotherapie, Logopädie und weiteren Rehabilitationsbereichen statt, um so schnell wie möglich wieder ein möglichst normales Leben zu ermöglichen.

Die spezialisierte weiterbehandelnde Station

Je nach Erkrankung, die zur Aufnahme auf die Intensivstation geführt hat, erfolgt die Verlegung häufig zunächst auf eine spezialisierte Station, zum Beispiel Kardiologie, Pneumologie oder Neurologie. Abhängig vom Bedarf kann die Überwachungsintensität schrittweise reduziert werden, etwa über eine Intensivüberwachungs- oder Intermediate-Care-Station bis hin zur Normalstation. Dieser Aufenthalt ermöglicht den Übergang von der Intensivbehandlung zur ambulanten Versorgung. Dabei kann der Zustand des betroffenen Organs erneut umfassend beurteilt werden, intravenöse Medikamente können nach Möglichkeit auf orale Präparate umgestellt und technische Geräte schrittweise entfernt werden. Gleichzeitig wird die weitere Betreuung vorbereitet. Nutzen Sie diese Phase, um mit der zuständigen Fachärztin oder dem Facharzt über die weitere Behandlung und mögliche langfristige Organfolgen zu sprechen – stellen Sie alle Fragen, die Ihnen wichtig sind.

Anschlussheilbehandlung und Rehabilitation

Solche Einrichtungen sind auf Rehabilitation und die Wiedererlangung von Selbstständigkeit spezialisiert. Nach besonders langen Intensivaufenthalten sind einige Wochen oder sogar Monate Rehabilitation häufig notwendig. Ziel ist, Schritt für Schritt wieder selbstständiger zu werden und schließlich nach Hause zurückkehren zu können. Wie in spezialisierten Post-Intensiv-Einheiten steht die Erholung im Mittelpunkt. Der Aufenthalt ist keineswegs reine Ruhezeit: Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und weitere rehabilitative Angebote strukturieren den Alltag und sollen helfen, möglichst schnell wieder ein möglichst normales Leben zu führen.
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Die Rückkehr nach Hause

Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt Ihrer Genesung – wahrscheinlich ein Ziel, auf das Sie lange hingearbeitet haben.

Bevor Sie das Krankenhaus verlassen, erhalten Sie in der Regel:

  • einen Entlassungsbrief, der Ihren Krankenhausaufenthalt und die erhaltenen Behandlungen zusammenfasst. Bei Bedarf können Sie beim Krankenhaus auch die vollständige Krankenakte anfordern;
  • eine Kopie dieses Schreibens für Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt;
  • die Kontaktdaten der Person, die Ihre weitere Rehabilitation koordiniert – häufig ist dies die Hausärztin oder der Hausarzt;
  • Verordnungen für Medikamente sowie Angaben zu medizinischen und therapeutischen Folgeterminen.
Vereinbaren Sie möglichst zeitnah einen Termin bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, um Ihre Situation zu besprechen und die weitere Versorgung zu organisieren. Sie oder er kann notwendige Hilfen koordinieren, Facharzttermine veranlassen und zum Beispiel Physiotherapie oder andere für Ihre Genesung sinnvolle Maßnahmen verschreiben.
Die Rückkehr nach Hause kann gleichzeitig erfüllend und frustrierend sein. Die Freude über die vertraute Umgebung und die Ruhe zu Hause kann sich mit der Sorge mischen, nicht mehr so eng überwacht zu werden wie im Krankenhaus, weniger Unterstützung zu erhalten und deutlicher zu spüren, welche Fähigkeiten noch nicht vollständig zurückgekehrt sind. Seien Sie geduldig und freundlich mit sich selbst. Setzen Sie sich kleine, erreichbare Ziele: jeden Tag ein paar Schritte mehr, kurz nach draußen gehen und genügend Pausen einplanen, damit Sie diese Ziele erreichen können.
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Stellen Sie keine zu hohen Ansprüche an sich selbst. Bewerten und respektieren Sie Ihre Grenzen, seien Sie vorsichtig. Nach einem Aufenthalt auf der Intensivstation kann es Monate dauern, bis Sie Ihre Fähigkeiten vollständig wiedererlangt haben, wieder völlig unabhängig sind und Ihr früheres Leben wieder aufnehmen können. Es wird einige Zeit dauern, bis sich Ihr Körper repariert und von den Strapazen erholt hat, und diese Zeit ist akzeptabler, wenn Sie sich über diese Strapazen im Klaren sind: Fragen Sie Ihre Angehörigen über Ihren Aufenthalt auf der Intensivstation. Besuchen Sie die Station und sprechen Sie mit den Pflegern, die sich um Sie gekümmert haben. Es wird ihnen Freude bereiten, Ihre Entwicklung zu sehen und Ihnen zu helfen, sich Ihre Geschichte wieder anzueignen. Sie zu treffen wird Ihnen auch helfen, den Weg zu erkennen, den Sie bereits zurückgelegt haben, und Ihr neues Leben und Ihre Selbständigkeit näher rücken zu sehen.

Nachsorgesprechstunde nach der Intensivstation

Einige Intensivstationen bieten nach der Entlassung eine spezielle Nachsorge an. Diese Angebote sind noch relativ neu und nicht in allen Krankenhäusern verfügbar. Ziel ist, eine Brücke zwischen dem Intensivaufenthalt und der Zeit danach zu schlagen. Je nach Organisation können umfassende oder gezielte Untersuchungen stattfinden, durchgeführt beispielsweise von Ärztinnen/Ärzten, Pflegefachpersonen, Physiotherapie und/oder Psychologie. Hier können Sie Fragen zu Ihrem Aufenthalt stellen, über Ihr Erleben sprechen, ein Intensivzimmer noch einmal sehen oder Mitarbeitende wieder treffen. Sprechen Sie auch Beschwerden an, die auf den ersten Blick „klein“ erscheinen, aber belastend oder einschränkend sein können und sonst möglicherweise unentdeckt bleiben. Ebenso können soziale Themen besprochen werden: Ihre Stimmung, Veränderungen in der Familie, Unterstützungsbedarf, die Rückkehr an den Arbeitsplatz oder das erneute Vertrauen in den eigenen Körper und körperliche Aktivität. Für das Behandlungsteam sind solche Nachsorgetermine ebenfalls sehr wertvoll, weil sie zeigen, wie Patientinnen und Patienten die Intensivzeit und die Zeit danach erleben. Je mehr Rückmeldungen eingehen, desto besser kann die Versorgung auf der Intensivstation und danach weiterentwickelt werden. Zögern Sie also nicht, offen anzusprechen, was Sie beschäftigt.

Die Kontrolluntersuchungen

Nach Ihrer Entlassung von der Intensivstation können – sofern Ihr Gesundheitszustand dies erfordert – zunächst häufige medizinische Termine notwendig sein, deren Abstände im Verlauf größer werden. Bei diesen Terminen werden Ihre Fortschritte beurteilt und mögliche Probleme besprochen.

Sprechen Sie alle Fragen und Beschwerden an, die Sie beschäftigen. Das kann Ihnen helfen, wieder mehr Kontrolle über Ihre Gesundheit und Ihren Alltag zu gewinnen. Das Team kann Ihnen außerdem Kontaktdaten von Fachpersonen nennen, die auf die Nachsorge nach einem Intensivaufenthalt spezialisiert sind, etwa Physiotherapeutinnen und -therapeuten, Psychologinnen und Psychologen oder Psychiaterinnen und Psychiater.

Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt ist eine wichtige Ansprechperson während Ihrer Genesung.

Rückkehr an den Arbeitsplatz

Nach einem längeren Intensivaufenthalt gelingt die Rückkehr an den Arbeitsplatz nur selten sofort in Vollzeit. Abhängig von der Ursache der Erkrankung, möglichen Folgen und der Art der Tätigkeit ist häufig eine Übergangs- und Anpassungsphase notwendig. Hören Sie auf Ihre Bedürfnisse, respektieren Sie Ihre Grenzen und geben Sie sich Zeit für die Erholung – sich zu überfordern kann kontraproduktiv sein. Besprechen Sie die Rückkehr mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt und ziehen Sie bei Bedarf Sozialberatung hinzu. In größeren Unternehmen kann ein Gespräch mit der Personalabteilung helfen, vorübergehende Anpassungen zu organisieren. Manchmal verändert eine schwere Erkrankung auch persönliche Prioritäten und führt zum Wunsch nach beruflicher Veränderung. Nehmen Sie solche Gedanken ernst, aber geben Sie sich Zeit, planen Sie realistisch und lassen Sie sich bei einem neuen Projekt begleiten. Überschätzen Sie Ihre Kräfte nicht und achten Sie auf ausreichende Erholung.
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