Dieses Glossar verbindet technische Erklärungen wichtiger Begriffe aus der Intensivmedizin mit Beschreibungen des Erlebens von Patientinnen und Patienten. Diese Inhalte wurden mithilfe der Gruppe Les REAnimés entwickelt, die Sie über Second Life by 101 kontaktieren können.
Während eines Aufenthalts auf der Intensivstation kann die Entwicklung des Gesundheitszustands dazu führen, den Nutzen laufender Behandlungen neu zu hinterfragen. Wenn trotz belastender und manchmal aggressiver Maßnahmen kein erwartbarer Nutzen mehr besteht, kann entschieden werden, bestimmte Therapien zu begrenzen oder zu beenden und sich gegebenenfalls auf Maßnahmen zur Sicherung des Komforts zu konzentrieren. In Frankreich ist eine unangemessene Fortführung von Behandlungen gesetzlich untersagt. Seit 2004 und zuletzt 2016 regeln die Gesetze Léonetti und Claeys-Leonetti Entscheidungen zur „Begrenzung und Beendigung von Behandlungen“ (LAT). Solche Entscheidungen werden gemeinsam mit dem gesamten Behandlungsteam und einer externen beratenden Person getroffen. Dabei werden die geäußerten Wünsche der Patientin oder des Patienten berücksichtigt und die Angehörigen umfassend informiert. Die Entscheidung wird täglich entsprechend der Entwicklung des Zustands neu bewertet.
Der französische Begriff „acharnement thérapeutique“ ist die frühere rechtliche Bezeichnung für das, was heute als „obstination déraisonnable“ – also unangemessene bzw. unverhältnismäßige Therapiefortführung – bezeichnet wird.
Eine Ketoazidose ist ein Zustand, bei dem der Körper große Mengen saurer Stoffe, sogenannter Ketonkörper, bildet. Sie tritt meist bei Insulinmangel auf, insbesondere bei Menschen mit Diabetes. Die Ansammlung dieser Säuren kann zu Austrocknung, Bauchschmerzen sowie Atem- oder Bewusstseinsstörungen führen. Eine rasche Behandlung ist notwendig, um die Stoffwechselentgleisung zu korrigieren und die Ursache zu behandeln.
Adrenalin ist ein Notfallmedikament. Es wird während der Wiederbelebung bei einem Herzstillstand in sehr kleinen Dosen oder als kontinuierliche, äußerst genau dosierte Infusion verabreicht. Es unterstützt die Herzfunktion.
Die Gabe kann von der Patientin oder dem Patienten völlig unbemerkt bleiben, besonders bei Bewusstlosigkeit. Manche beschreiben jedoch ein Gefühl, als würde die „Maschine Körper“ plötzlich einen Schub erhalten, außerdem Wärmegefühl und gelegentlich Kopfschmerzen.
Wenn Patientinnen und Patienten nicht mehr über den Mund essen können (z. B. aufgrund von Sedierung, Koma oder Schluckstörungen), können sie über eine Sonde ernährt werden, die in den Magen oder in bestimmten Fällen in den Darm gelegt wird. Man spricht dann von enteraler Ernährung.
Bei der enteralen Ernährung wird die Nahrung also direkt in den Magen oder Darm gegeben. Auf der Intensivstation wird sie eingesetzt, wenn die Patientin oder der Patient nicht normal essen kann, der Verdauungstrakt aber noch funktioniert.
Nährstoffe wie Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine und Mineralstoffe werden in flüssiger Form verabreicht, um den Bedarf des Körpers zu decken und Mangelernährung zu vermeiden.
Diese Form kommt einer natürlichen Ernährung am nächsten und hilft, die Funktion des Darms aufrechtzuerhalten.
Aus Sicht der Patientin bzw. des Patienten:
Sichtbar sind meist Beutel mit cremefarbener Flüssigkeit, die über einen Schlauch mit der Magensonde verbunden sind. Der Schlauch läuft durch eine Pumpe, die die Zuflussgeschwindigkeit steuert.
Man kann sehen, wie die Flüssigkeit aus dem Beutel durch den Schlauch bis in die Sonde fließt.
Ist die Flüssigkeit zimmerwarm oder gekühlt, kann man den Durchfluss manchmal leicht spüren; er ist jedoch schmerzlos und geschmacksneutral. Da die Nahrung häufig gleichmäßig über den Tag verteilt verabreicht wird, verspüren viele weder Hunger noch ein deutliches Sättigungsgefühl. In manchen Fällen wird die enterale Ernährung nur nachts gegeben, um tagsüber wieder Hunger entstehen zu lassen und den Verdauungstrakt schrittweise an normale Ernährung zu gewöhnen.
In manchen Fällen funktioniert der Verdauungstrakt nicht oder kann nicht genutzt werden, zum Beispiel nach einer Operation, bei einer Infektion oder bei einem Verschluss. Die Nährstoffe werden dann über eine Infusion in eine große Vene direkt ins Blut gegeben (siehe Katheter).
Dies bezeichnet man als parenterale Ernährung.
Auf der Intensivstation ermöglicht diese Methode eine Ernährung auch dann, wenn der Verdauungstrakt nicht funktioniert. So erhält der Körper die für die Genesung notwendige Energie und Eiweißmenge.
Parenterale Ernährung wird meist in Form von Beuteln mit weißlicher Flüssigkeit verabreicht. Die Lösungen werden üblicherweise über zentrale Katheter infundiert, da sie kleinere Venen bei längerer Anwendung reizen können.
Amnesie bedeutet, dass Erinnerungen fehlen.
Viele Patientinnen und Patienten erinnern sich an ihren Aufenthalt auf der Intensivstation nur teilweise oder gar nicht. Dafür gibt es mehrere Gründe: Sedierungs- und Narkosemittel können das Erinnerungsvermögen beeinträchtigen, schwere Infektionen und Schlafstörungen beeinflussen die Bildung von Erinnerungen direkt, und auch weitere Mechanismen können eine Rolle spielen.
Betroffene beschreiben mitunter ein Gefühl des „Nicht-dabei-Gewesenseins“. Manche erinnern sich weder an die Ereignisse vor dem Koma noch an die Zeit vom Koma bis zum Erwachen und teilweise auch nicht an die ersten Tage danach. Eine Patientin bzw. ein Patient beschrieb es so: „Als hätte man vergessen, den Film in die Kamera einzulegen.“ Viele möchten diese „Lücke“ in ihrer eigenen Geschichte später schließen – manchmal sehr bald, manchmal erst Monate nach der Entlassung aus der Intensivstation.
Für die psychische Verarbeitung kann es hilfreich sein, nachträglich zu verstehen, was während der vergessenen Phasen geschehen ist. Ein Intensivtagebuch ist dafür eine einfache und wirksame Möglichkeit.
Während eines Aufenthalts auf der Intensivstation oder im Krankenhaus kann sich die Menstruation verändern oder vorübergehend ganz ausbleiben. Der Körper ist einer so starken Belastung ausgesetzt, dass er seine Fortpflanzungsfunktionen zugunsten der lebenswichtigen Funktionen zurückstellt. Dieses Ausbleiben der Regelblutung nennt man Amenorrhö.
Bei einer Anästhesie werden Empfindungen mithilfe von Medikamenten oder Gasen ausgeschaltet. Dazu gehören Sedativa, die das Bewusstsein dämpfen bzw. Schlaf herbeiführen, und Analgetika, die Schmerzen lindern.
Im Operationssaal kann eine Anästhesie allgemein sein – die Patientin oder der Patient wird vollständig „in Narkose versetzt“ – oder regional bzw. lokal, wobei Betäubungsmittel gezielt an Nerven oder in das zu behandelnde Gebiet gegeben werden. Dann bleibt die Person bei Bewusstsein. Die Anästhesie soll vor allem einen sicheren Eingriff ermöglichen, indem sie Bewegung verhindert und Schmerzen ausschaltet.
Auf der Intensivstation wird eine Allgemeinanästhesie bzw. tiefe Sedierung eingesetzt, wenn ein Organversagen eine vollständige Entlastung erforderlich macht, etwa um die Lunge bei mechanischer Beatmung zu schonen.
Beim Einleiten der Narkose, also in dem Moment, in dem das Medikament gegeben wird, kann sich ein Gefühl des Wegsaugens oder Fallens einstellen, bevor das Bewusstsein verloren geht. Je nach Person und Situation kann dies angenehm oder beängstigend wirken. Angenehme Gedanken beim Einschlafen können möglicherweise zu einem ruhigeren Erwachen beitragen. Eine Narkose ist kein normaler Schlaf und man fühlt sich danach nicht unbedingt „ausgeruht“. Je nach Medikament und Dosis können ungewöhnliche Träume auftreten.
Anoxie bedeutet eine vollständige Unterversorgung mit Sauerstoff. Dadurch werden Zellen geschädigt und zerstört. Eine länger anhaltende Anoxie des Gehirns kann schwere und irreversible Folgen für die kognitiven Fähigkeiten haben.
Analgesie bedeutet die Ausschaltung oder Verminderung von Schmerzempfinden. Sie kann mit Medikamenten (Analgetika), aber auch mit nichtmedikamentösen Methoden erreicht werden. Je nach Art der Schmerzen können Wärme, Kälte oder Physiotherapie sehr wirksam sein.
Antiarrhythmika sind Medikamente zur Behandlung oder Vorbeugung von Herzrhythmusstörungen. Sie wirken auf die elektrische Aktivität des Herzens und helfen, den Herzrhythmus zu stabilisieren.
Antibiotika sind Medikamente zur Behandlung von Infektionen, die durch Bakterien verursacht werden. Gegen Viren wirken sie nicht. Auf der Intensivstation werden sie häufig frühzeitig verabreicht, wenn eine schwere bakterielle Infektion vermutet wird.
Langes Liegen auf der Intensivstation, mögliche Gerinnungsstörungen oder Fremdkörper in Venen und Arterien wie Katheter oder ECMO-Kanülen erhöhen das Risiko einer Thrombose: Es kann sich ein Blutgerinnsel bilden, das eine Vene oder Arterie teilweise oder vollständig verschließt und dadurch die Blutversorgung eines Organs oder den Blutfluss beeinträchtigt.
Zur Vorbeugung erhalten Intensivpatientinnen und -patienten häufig gerinnungshemmende Medikamente, zum Beispiel als Injektionen unter die Haut am Oberschenkel oder Bauch. Dadurch können Blutergüsse oder kleine Verhärtungen entstehen, die mit der Zeit wieder verschwinden.
Blutdrucksenkende Medikamente (Antihypertensiva) werden eingesetzt, um einen zu hohen Blutdruck zu senken. Je nach Wirkstoffklasse wirken sie am Herzen, an den Blutgefäßen oder an den Nieren. In akuten Situationen wird ihre Dosierung fortlaufend an den Zustand der Patientin oder des Patienten angepasst.
Als Aplasie wird hier ein starker Abfall der weißen Blutkörperchen bezeichnet. Sie ist häufig eine erwartete Folge bestimmter Krebstherapien und macht den Körper deutlich anfälliger für Infektionen.
Bei einer febrilen Aplasie ist die Zahl der weißen Blutkörperchen stark vermindert und gleichzeitig besteht Fieber. Dadurch ist der Körper besonders anfällig für Infektionen. Eine rasche ärztliche Abklärung und Behandlung einer möglichen Infektion ist notwendig.
Patientinnen und Patienten, die nicht sprechen, aber schreiben können, können eine Schreibtafel benutzen.
Tipp von ehemaligen Intensivpatienten: Denken Sie daran, Filzstifte regelmäßig auszutauschen – sie trocknen schnell aus, wenn das Verschließen schwerfällt – und etwas zum Abwischen bereitzuhalten. So lassen sich blaue Finger und verschmutzte Bettwäsche zumindest etwas vermeiden.
Das Herz pumpt Blut durch den Körper und versorgt dadurch die Zellen der Organe mit Sauerstoff. Bei einem Herzstillstand wird diese Sauerstoffversorgung unterbrochen, wodurch Zellen sehr schnell geschädigt werden. Schon nach wenigen Minuten können irreversible Folgen entstehen (siehe Anoxie). Deshalb ist eine möglichst schnelle Wiederbelebung mit Herzdruckmassage und Beatmung entscheidend, um mögliche Folgeschäden zu begrenzen.
Das tracheale Absaugen ist eine routinemäßige Pflegemaßnahme bei intubierten Patientinnen und Patienten. Dabei wird ein dünner Absaugkatheter durch den Beatmungsschlauch bzw. Tubus eingeführt, um Bronchialsekret zu entfernen, das durch Husten nach oben transportiert wird. Die Maßnahme kann eindrucksvoll wirken, da sie einen Hustenreiz auslöst.
Für Betroffene ist sie nicht angenehm, besonders wenn sie häufig notwendig ist. Sie kann jedoch für eine gute Atmung unverzichtbar sein. Patientinnen und Patienten mit starker Sekretbelastung beschreiben das Absaugen teilweise als ein „lebensnotwendiges Bedürfnis, auf das man sehnsüchtig wartet“. Danach kann sich die Atmung deutlich erleichtert anfühlen. Wird die Maßnahme vorsichtig durchgeführt, kann sie als echte Erleichterung empfunden werden; bei gereizter Luftröhre kann sie mit der Zeit jedoch unangenehmer werden.
Das Absaugsystem kann bei Schluckstörungen auch zum Absaugen von Speichel oder im Rahmen der Mundpflege verwendet werden.
Asthma ist eine Erkrankung der Atemwege, bei der Entzündung und Verengung der Bronchien zu Atemnot führen können. Typische Beschwerden sind Kurzatmigkeit, ein Engegefühl im Brustkorb, Husten oder pfeifende Atemgeräusche. Auslöser können unter anderem Infektionen, Allergien, körperliche Belastung oder Reizstoffe sein; die Stärke der Beschwerden ist individuell sehr unterschiedlich. In besonders schweren Fällen spricht man von einem schweren akuten Asthmaanfall. Dabei verengen sich die Bronchien so stark, dass die Luft kaum noch zirkulieren kann. Trotz der üblichen Behandlung kann erhebliche Atemnot bestehen. Dieser Notfall kann starke Medikamente, Sauerstoff und gegebenenfalls eine Atemunterstützung erforderlich machen.
Ein Schlaganfall entsteht, wenn ein Teil des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird – entweder durch ein Blutgerinnsel oder durch eine Blutung. Mögliche Folgen sind Lähmungen sowie Sprach- oder Bewusstseinsstörungen. Eine schnelle Behandlung ist entscheidend, um Folgeschäden möglichst gering zu halten.
Ein Bakterium ist ein mikroskopisch kleiner lebender Mikroorganismus. Viele Bakterien sind nützlich oder sogar notwendig und gehören zur normalen Körperflora, zum Beispiel zur Darmflora, die die Verdauung unterstützt. Andere Bakterien können Krankheiten verursachen und müssen bekämpft werden. Gegen bestimmte bakterielle Infektionen werden Antibiotika eingesetzt.
Ein multiresistentes Bakterium hat Abwehrmechanismen gegen mehrere Antibiotika entwickelt und ist daher schwerer zu behandeln. Besonders wichtig ist es, eine Ausbreitung im Krankenhaus zu verhindern. Deshalb können beim Betreten eines Patientenzimmers besondere Schutzmaßnahmen erforderlich sein, sogenannte Isolationsmaßnahmen.
Siehe Isolation.
Die „Basisinfusion“ ist eine grundlegende Infusion, die vielen Intensivpatientinnen und -patienten verabreicht wird. Meist handelt es sich um eine neutrale Flüssigkeit wie Kochsalzlösung oder eine Glukoselösung, der je nach Bedarf Vitamine oder Elektrolyte zugesetzt werden können.
Siehe Infusion.
Patientinnen und Patienten mit Schluckstörungen oder einem Beatmungstubus können häufig nicht trinken. Die Flüssigkeitszufuhr erfolgt auf anderem Weg, doch der Mund kann dadurch sehr trocken werden – besonders bei einer Intubation über den Mund, weil sich dieser nicht vollständig schließen lässt. Mundpflegestäbchen (ähnlich großen Wattestäbchen mit einer weichen Spitze) können mit Wasser, Fruchtsaft oder Mundspüllösung befeuchtet und gut ausgedrückt werden, um Lippen und Mundraum zu benetzen. Das sorgt für Frische und kann bei Fruchtsaft sogar einen angenehmen Geschmack vermitteln.
Siehe Mundpflege.
Der BAVU bzw. selbstfüllende Beatmungsbeutel mit Einwegventil ist ein Hilfsmittel, das in jedem Intensivzimmer vorhanden ist. Er wird verwendet, um Patientinnen und Patienten vor einer Intubation mit Sauerstoff vorzuoxygenieren, bestimmte Notfallsituationen zu überbrücken oder während einzelner Maßnahmen vorübergehend das Beatmungsgerät zu ersetzen. Häufig wird er auch nach dem Markennamen AMBU bezeichnet.
Das Identifikationsarmband ist ein wichtiger Bestandteil der sicheren Patientenidentifikation. Vor bestimmten Behandlungen können Mitarbeitende damit die Identität nach festgelegten Sicherheitsregeln überprüfen. Auch wenn das Behandlungsteam die Patientinnen und Patienten gut kennt, können Arbeitsbelastung und menschliche Fehlbarkeit zu Verwechslungen führen. Diese Kontrollen dienen daher als wichtige Sicherheitsbarriere und helfen, Fehler zu vermeiden.
Bei einer Bronchoskopie wird das Innere der Bronchien mit einer kleinen Kamera am Ende eines dünnen Instruments untersucht. Bei intubierten Patientinnen und Patienten erfolgt der Zugang in der Regel durch den Tubus, bei nicht intubierten meist über die Nase. Während der Untersuchung können auch Proben für diagnostische Zwecke entnommen werden.
Eine Bronchoskopie kann unter Vollnarkose bzw. tiefer Sedierung oder bei wachen Patientinnen und Patienten unter örtlicher Betäubung des Nasen- und Rachenraums durchgeführt werden. Im wachen Zustand kann die Untersuchung unangenehm sein. Nach einer Untersuchung unter Sedierung bestehen üblicherweise keine Schmerzen; da dabei auch Sekret aus den Bronchien entfernt werden kann, berichten manche anschließend von einem Gefühl freierer Atemwege.
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine chronische Atemwegserkrankung, die häufig mit langjährigem Rauchen zusammenhängt.
Durch eine dauerhafte Verengung der Bronchien wird die Atmung zunehmend erschwert und zusätzliche Lungenerkrankungen können schwerer verlaufen. Bronchiale Verkrampfungen können ausgeprägte Atemnot verursachen und bronchienerweiternde Medikamente oder eine künstliche Beatmung erforderlich machen. Wenn möglich, wird bei diesen Patientinnen und Patienten eine nichtinvasive Beatmung bevorzugt, da die Entwöhnung von invasiver Beatmung schwierig sein kann.
Pflegeleitungen sind Pflegefachpersonen mit zusätzlicher Managementausbildung. Sie koordinieren das nichtärztliche Personal und überwachen die organisatorischen Abläufe der Station. Sie können eine wichtige Ansprechperson sein, wenn Sie besser verstehen möchten, wie die Station funktioniert. Siehe: das Team der Intensivstation.
Eine Trachealkanüle ist eine Alternative zum Beatmungstubus und wird in bestimmten Situationen eingesetzt, insbesondere um die schrittweise Entwöhnung von der mechanischen Beatmung zu erleichtern. Über eine kleine Öffnung am Hals wird ein direkter Zugang zur Luftröhre geschaffen, sodass der Mund frei bleibt. Da die oberen Atemwege umgangen werden, kann die Arbeit der selbstständigen Atmung reduziert werden. Wie ein Beatmungstubus kann auch die Trachealkanüle eine aufblasbare Manschette besitzen, die verhindert, dass Mund- oder Magensekret in die Lunge gelangt.
Im Verlauf der Rehabilitation kann eine Tracheotomie außerdem dazu beitragen, schrittweise wieder zu sprechen, zu essen und zu trinken. Der Komfort verbessert sich häufig deutlich.
Mit zunehmender Erholung kann die Patientin oder der Patient immer längere Zeit ohne Beatmungsgerät selbstständig atmen. Später kann die Kanüle mit einem kleinen Verschlussstopfen versehen werden. Dieser verschließt die Öffnung dicht, sodass die Luft wieder über die natürlichen Atemwege – Nase und Mund – ein- und ausgeatmet wird. So lässt sich prüfen, ob alles funktioniert, bevor die Kanüle endgültig entfernt und die Öffnung verschlossen wird. Dies nennt man Dekanülierung.
Katheter sind flexible, hohle Schläuche, die in Venen oder Arterien eingeführt werden.
Auf Intensivstationen werden zentrale Katheter häufig verwendet, weil sie einen sicheren Zugang bieten, sich weniger leicht verschieben und mehrere Medikamente gleichzeitig verabreicht werden können.
Arterielle Katheter ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung des Blutdrucks. Außerdem können darüber regelmäßig Blutproben entnommen werden, die auf der Intensivstation häufig notwendig sind, ohne jedes Mal neu punktieren zu müssen. Das Legen erfolgt steril unter örtlicher Betäubung; auch die weitere Pflege muss unter sterilen Bedingungen erfolgen.
Zentralvenöse Katheter werden benötigt, um viele auf der Intensivstation eingesetzte Medikamente sicher zu verabreichen, zum Beispiel Katecholamine wie Noradrenalin. In manchen Fällen können über zentrale Katheter auch Druckwerte in großen Gefäßen überwacht werden. Das Legen erfolgt steril unter örtlicher Betäubung; die Pflege erfordert sterile Maßnahmen.
Ein Dialysekatheter ist ein zentralvenöser Katheter mit größerem Durchmesser, der für die Dialyse verwendet wird. Er besitzt zwei Lumina: über eines wird Blut entnommen, über das andere wird das durch die Dialyse „gereinigte“ Blut zurückgeführt. Manche Katheter besitzen zusätzlich ein drittes Lumen für Medikamente. Dialysekatheter werden meist am Hals in die Vena jugularis oder in der Leiste in die Vena femoralis gelegt.
Die extrakorporale Zirkulation (CEC), häufig in Form einer ECMO, ist ein Organersatzverfahren, das in besonders schweren Situationen eingesetzt wird.
Es gibt Systeme, die vor allem die Lungenfunktion unterstützen, und Systeme, die sowohl Herz als auch Lunge unterstützen können.
Bei schwerem Lungenversagen kann eine extrakorporale Unterstützung eingesetzt werden, wenn Intubation und mechanische Beatmung nicht ausreichen, um das Blut ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen.
Dazu werden große Katheter, sogenannte Kanülen, in große Gefäße eingeführt. Eine Pumpe führt das Blut durch eine Membran, in der Sauerstoff zugeführt und Kohlendioxid entfernt wird.
Bei schwerem Herzversagen oder gleichzeitigem Herz-Lungen-Versagen kann das System auch die Pumpfunktion des Herzens übernehmen. Je nach Verfahren liegen die Kanülen dann in einer Vene und einer Arterie.
Eine extrakorporale Zirkulation ist ein sehr invasives Verfahren mit erheblichen Risiken und wird nur bei klarer medizinischer Indikation eingesetzt. Die Anlage erfolgt üblicherweise unter Narkose, in seltenen Situationen auch unter örtlicher Betäubung.
Aufgrund der Größe der Kanülen können an den Einstichstellen Narben zurückbleiben; kleinere Narben können von Nähten stammen, mit denen die lebenswichtigen Kanülen sicher fixiert wurden.
Weiterführend: Katia Ghanty, Les frottements du coeur.
Der Pflegewagen ist ein wichtiges Möbelstück im Intensivzimmer. In seinen Schubladen befindet sich Material für viele häufige Maßnahmen, etwa Blutentnahmen, Verbandswechsel und Medikamentengaben. Pflegefachpersonen und Pflegeassistenz kontrollieren und ergänzen ihn täglich, damit im Notfall alles sofort verfügbar ist. Obwohl der Wagen regelmäßig gereinigt wird, muss seine Oberfläche besonders sauber bleiben, da sie für Pflegemaßnahmen genutzt wird. Daher sollten darauf möglichst keine Gegenstände von außerhalb abgelegt und die Flächen nicht mit ungewaschenen Händen berührt werden.
Der französische „chef de clinique“ ist ein Arzt mit klinischer Leitungs- und Supervisionsfunktion. Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung arbeiten unter seiner Aufsicht und Verantwortung. Er koordiniert die medizinische Betreuung innerhalb der Einheit und legt gemeinsam mit dem Team die täglichen Behandlungsziele für die Patientinnen und Patienten fest. Dabei arbeitet er unter der Verantwortung der ärztlichen Leitung der Abteilung.
Medizinisch bezeichnet ein Schock einen akuten Zustand mit schwerer Kreislaufinsuffizienz und unzureichender Durchblutung lebenswichtiger Organe.
Dieser Zustand kann sehr schnell schwere Folgen für Nieren, Lunge, Leber und andere Organe haben.
Man unterscheidet verschiedene Formen, darunter septischen Schock bei schwerer Infektion, hämorrhagischen Schock bei starkem Blutverlust, kardiogenen Schock bei schwerer Herzfunktionsstörung und anaphylaktischen Schock bei einer schweren allergischen Reaktion.
Betroffene können einen Schock als ausgeprägtes Unwohlsein erleben: Schwindel, beginnende Bewusstlosigkeit mit Sehstörungen oder Ohrgeräuschen, Frösteln, starkes Kältegefühl und Schwierigkeiten beim Sprechen. Bei Verschlechterung kann das Bewusstsein vollständig verloren gehen. Sichtbar können marmorierte Hautveränderungen, besonders an den Knien, und ausgeprägte Blässe auftreten.
Ein anaphylaktischer Schock ist eine schwere allergische Reaktion, die zu einem gefährlichen Kreislaufversagen mit starkem Blutdruckabfall führen kann.
Siehe Schock.
Ein kardiogener Schock ist ein schweres Kreislaufversagen, das durch eine unzureichende Pumpfunktion des Herzens verursacht wird.
Ein hämorrhagischer Schock ist ein schweres Kreislaufversagen infolge eines sehr großen Blutverlusts.
Ein septischer Schock ist ein schweres Kreislaufversagen im Rahmen einer schweren Infektion bzw. Sepsis.
Siehe Schock und Sepsis.
Die extrakorporale Zirkulation wird auch CEC oder ECMO genannt.
Je nach Verfahren kann sie vor allem die Lungenfunktion oder sowohl Herz als auch Lunge unterstützen.
Bei schwerem Lungenversagen kann sie eingesetzt werden, wenn Intubation und mechanische Beatmung nicht ausreichen, um das Blut ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen.
Dazu werden große Kanülen in große Blutgefäße eingeführt. Eine Pumpe leitet das Blut durch eine Membran, in der Sauerstoff zugeführt und Kohlendioxid entfernt wird.
Bei schwerem Herz- oder Herz-Lungen-Versagen kann die Pumpe zusätzlich die Herzfunktion unterstützen oder ersetzen. Je nach Verfahren liegen die Kanülen in venösen und arteriellen Gefäßen.
Die extrakorporale Zirkulation ist ein sehr invasives Verfahren mit erheblichen Risiken und wird nur bei klarer medizinischer Indikation eingesetzt. Die Anlage erfolgt meist unter Narkose, in seltenen Fällen unter örtlicher Betäubung.
Durch die großen Kanülen können an den Einstichstellen Narben zurückbleiben; kleinere Narben können von Fixierungsnähten stammen.
Der beheizte Atemgasbefeuchter, manchmal auch „Cocotte“ genannt, ist ein kleines Gerät am Beatmungsgerät, das das der Patientin oder dem Patienten zugeführte Gasgemisch erwärmt und befeuchtet. Medizinische Luft und Sauerstoff sind trockene Gase und können die Atemwege reizen oder Sekrete austrocknen. Deshalb werden sie befeuchtet, um Komplikationen vorzubeugen und den Komfort zu verbessern. Der beheizte Befeuchter kann mit verschiedenen Beatmungsformen verwendet werden: mit Tubus, einer Maske für nichtinvasive Beatmung oder Nasenkanülen für eine High-Flow-Sauerstofftherapie.
Ein vollständiges Kunstherz ist ein biventrikuläres Unterstützungssystem, das beide Herzkammern unterstützt bzw. ersetzt. Dabei werden zwei künstliche Ventrikel eingesetzt, die die natürlichen Herzkammern ersetzen. Die Implantation erfolgt in einem großen chirurgischen Eingriff. Dieses Verfahren ist noch relativ neu und wird derzeit nur in speziellen Behandlungs- bzw. Forschungsprogrammen eingesetzt, häufig als Überbrückung bis zu einer Herztransplantation.
Ein Koma ist ein Zustand stark verminderten Bewusstseins:
Im Koma ist die Fähigkeit eingeschränkt, den Übergang zwischen Atemwegen und Speiseröhre zu schützen. Deshalb müssen komatöse Patientinnen und Patienten häufig intubiert und künstlich beatmet werden und benötigen eine besonders engmaschige Überwachung. Man weiß nicht genau, was Menschen im Koma wahrnehmen. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass vertraute Stimmen und die Anwesenheit nahestehender Personen erkannt werden können, auch wenn später keine oder nur wenige Erinnerungen daran bestehen. Das Behandlungsteam erklärt deshalb seine Handlungen und kündigt Berührungen an. Auch Angehörige dürfen und sollen mit der Patientin oder dem Patienten sprechen.
Orale Nahrungsergänzungen sind energiereiche Getränke oder Cremes mit viel Eiweiß und teilweise zusätzlichen Vitaminen und Mineralstoffen. Sie werden verordnet, wenn eine Person über die normale Ernährung nicht genügend Energie und Nährstoffe aufnimmt, zum Beispiel nach einer Erkrankung, einer Operation oder während eines Krankenhausaufenthalts.
Sie helfen, Mangelernährung vorzubeugen oder zu behandeln. Sie ergänzen die normale Ernährung, ersetzen sie aber nicht vollständig.
Wache Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation sind häufig zeitweise verwirrt, desorientiert oder „wie verloren“. Man spricht von Verwirrtheit oder Delir. Ursachen können Stress, Infektionen, Medikamente oder Schlafmangel sein; auch ein höheres Alter erhöht das Risiko. Hilfreich ist es, die betroffene Person regelmäßig räumlich und zeitlich zu orientieren: Wo ist sie? Warum ist sie hier? Welcher Tag und welche Uhrzeit ist es? Sobald der Gesundheitszustand es erlaubt, kann auch das Verlassen des Zimmers – etwa ein Gang über den Flur oder durch das Krankenhaus – dazu beitragen, die Dauer der Verwirrtheit zu verkürzen.
Während einer Verwirrtheitsphase kann sich die betroffene Person ungewohnt verhalten oder Dinge sagen, die gar nicht zu ihrer Persönlichkeit passen. Für Angehörige kann das befremdlich oder sehr belastend sein. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass dieser Zustand meist vorübergehend ist, und sich selbst bei Bedarf etwas Abstand zu erlauben.
„Ich bin in einer Wolke, in einem Nebel, ich schwebe zwischen verschiedenen Wirklichkeiten“, beschreibt es eine Patientin.
Siehe Delir.
Auf der Intensivstation kann die Einwilligungsfähigkeit durch Koma oder Delir eingeschränkt sein. Das Behandlungsteam versucht dann, die Werte, Wünsche und Vorstellungen der Patientin oder des Patienten mithilfe verfügbarer Informationen und im Austausch mit Angehörigen besser zu verstehen. Auch bei eingeschränkter Entscheidungsfähigkeit wird nach Möglichkeit die Zustimmung zu den geplanten Maßnahmen gesucht. Bei schweren neurologischen Beeinträchtigungen kann dies sehr schwierig sein; dann steht das bestmögliche Interesse der Patientin oder des Patienten im Vordergrund. Wenn Sie Fragen zur Behandlung einer nahestehenden Person haben, wenden Sie sich an das Behandlungsteam oder die psychologische Betreuung.
Auf der Intensivstation können Fixierungen eingesetzt werden, um unkontrollierte oder gefährliche Bewegungen bei kognitiven Störungen, starker Unruhe oder fehlender Bewegungskontrolle zu begrenzen.
Es kommt vor, dass Patientinnen oder Patienten in Panik einen Katheter, eine Magensonde oder sogar den Beatmungstubus herausziehen. Dann müssen diese Zugänge oder Hilfsmittel erneut gelegt werden, was erhebliche Risiken mit sich bringen kann – etwa Infektionen, akute Atemnot oder im Extremfall einen Kreislaufstillstand, wenn eine lebenswichtige Unterstützung unterbrochen wird.
Fixierungen werden entfernt, sobald die Person die Situation ausreichend versteht und sich nicht mehr selbst gefährdet. Diese Einschätzung ist nicht immer einfach, sodass Fixierungen im Zweifel etwas länger bestehen bleiben können. Für Betroffene kann das sehr frustrierend oder angstauslösend sein und Verfolgungsgefühle verstärken. Nutzen und Risiko müssen deshalb sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.
Manchmal kann eine Fixierung vorübergehend gelöst werden, solange eine andere Person im Zimmer bleibt und auf sichere Bewegungen achtet. Dafür ist die Zustimmung der Ärztin oder des Arztes erforderlich.
Kortikosteroide sind starke entzündungshemmende Medikamente, die im ganzen Körper wirken.
Manche Intensivpatientinnen und -patienten können ihre Körpertemperatur nicht ausreichend regulieren. Dann kann eine Wärmedecke eingesetzt werden. Dabei handelt es sich meist um eine doppelwandige Decke oder Matte, die von einem kleinen Gerät mit warmer Luft aufgeblasen wird und direkt auf bzw. unter der Bettdecke am Körper liegt. Die Temperatur kann an den Bedarf der Patientin oder des Patienten angepasst werden.
Muskelrelaxanzien bewirken eine vorübergehende Lähmung der Muskulatur, einschließlich der Atemmuskulatur. Sie schalten weder Schmerzen noch Bewusstsein aus und werden deshalb immer zusammen mit sedierenden und schmerzlindernden Medikamenten eingesetzt. Auf der Intensivstation können sie in bestimmten schweren Situationen die künstliche Beatmung erleichtern.
Von einer „Dekompensation“ spricht man, wenn sich die Beschwerden einer zuvor stabilen chronischen Erkrankung plötzlich deutlich verschlechtern, häufig ausgelöst durch ein Ereignis wie eine Virusinfektion, eine andere Infektion oder das Absetzen einer Behandlung.
Die Therapie muss dann sowohl die Ursache der akuten Verschlechterung behandeln als auch die Funktion des bereits chronisch erkrankten Organs unterstützen.
Die Bauchlage wird in der Intensivmedizin auch als „prone positioning“ bezeichnet.
Dabei wird die Patientin oder der Patient auf den Bauch gedreht. Diese Technik ist besonders bei schwerem Lungenversagen hilfreich, weil sie den Gasaustausch verbessern kann. Sie kann bei wachen, nicht intubierten Personen eingesetzt werden, um eine Intubation möglichst zu vermeiden, oder bei schwer erkrankten, sedierten Patientinnen und Patienten.
Auch eine Seitenlage kann gezielt genutzt werden, um die Atmung zu verbessern oder Druckstellen zu entlasten und Druckgeschwüren vorzubeugen bzw. sie zu behandeln.
Einige Patientinnen und Patienten erinnern sich später undeutlich daran, während einer Bewusstlosigkeit auf den Bauch gedreht worden zu sein, und beschreiben dies etwa als Gefühl, „in einen Teppich eingerollt“ worden zu sein.
Für Angehörige kann es eindrucksvoll sein, wenn das Gesicht direkt nach dem Zurückdrehen auf den Rücken stark geschwollen wirkt. Dabei handelt es sich meist um Flüssigkeitseinlagerungen, die sich durch die Schwerkraft vom Hinterkopf ins Gesicht verlagert haben. Das bildet sich in der Regel innerhalb weniger Stunden zurück; kühlende Kompressen können dabei helfen.
Siehe Ödem.
Beim Multiorganversagen sind mehrere lebenswichtige Organe gleichzeitig betroffen, etwa Lunge, Nieren, Herz oder Gehirn. Diese sehr schwere Komplikation entsteht häufig als Kettenreaktion. Die Intensivmedizin versucht dann, die lebenswichtigen Organfunktionen so lange zu unterstützen, bis sich der Körper erholen kann, und weitere Schäden möglichst zu begrenzen.
Ein Delir ist ein akuter Zustand veränderter geistiger Funktionen. Betroffene können desorientiert sein – also nicht wissen, wo sie sind oder sich zeitlich nicht zurechtfinden – und teilweise Halluzinationen erleben. Ein Delir ist auf Intensivstationen häufig und kann durch die schwere akute Erkrankung selbst, Infektionen, Medikamente, Schlafstörungen und weitere Faktoren begünstigt werden.Es kann sich durch ausgeprägte Unruhe äußern, aber auch durch einen sehr stillen Zustand: Die Person ist wach, spricht jedoch kaum oder reagiert wenig auf Ansprache.
Zur Vorbeugung und Behandlung ist ein klarer Tag-Nacht-Rhythmus wichtig. Nachts sollte Ruhe gefördert und tagsüber Aktivität ermöglicht werden. Hilfreich ist außerdem regelmäßige Orientierung, zum Beispiel durch eine Uhr und wiederholte Erklärungen, wo die Person ist und warum sie dort behandelt wird.
Siehe die Seite Erleben von Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation.
Nach einem Aufenthalt auf der Intensivstation kann eine Depression auftreten. Auch Angehörige und betreuende Personen können betroffen sein. Dies ist keineswegs selten; Schätzungen zufolge können etwa 30 % der Patientinnen und Patienten und ähnlich viele Angehörige depressive Symptome entwickeln. Es handelt sich um eine mögliche Reaktion auf die außergewöhnlich starke Belastung, die ernst genommen werden sollte.
Wie bei jeder Erkrankung trägt die betroffene Person keine Schuld an diesem Zustand. Willenskraft allein reicht nicht aus, um eine Depression zu überwinden. Sie lässt sich umso besser behandeln, je früher fachliche Hilfe in Anspruch genommen wird, etwa durch Psychiaterinnen und Psychiater oder qualifizierte Psychologinnen und Psychologen. Je nach Situation können Medikamente und psychotherapeutische Verfahren eingesetzt werden. Eine frühe Behandlung kann außerdem helfen, Rückfälle zu vermeiden oder zu begrenzen.
Auch Nierenersatzverfahren genannt.
Bei der Dialyse wird das Blut über einen Katheter, einen Filter („künstliche Niere“) und eine Pumpe von Stoffwechselprodukten und überschüssiger Flüssigkeit gereinigt, wenn die Nieren nicht ausreichend arbeiten oder in bestimmten kritischen Situationen. Eine intermittierende Dialyse kann je nach Indikation etwa 2 bis 8 Stunden dauern. Auf Intensivstationen werden auch kontinuierliche Verfahren eingesetzt, die über mehrere Tage laufen können; nach Ende der Nutzungsdauer des Filters wird dieser gewechselt und die Behandlung fortgesetzt.
Wache Patientinnen und Patienten können während der Dialyse frieren. Fragen Sie ruhig nach und decken Sie die Person bei Bedarf zusätzlich zu. Seltener können andere Beschwerden wie Kopfschmerzen auftreten; diese sollten dem Behandlungsteam mitgeteilt werden.
Das Dialysegerät steht meist direkt neben dem Bett. In den Schläuchen kann man das Blut im Rhythmus der Pumpe zirkulieren sehen; das Gerät erzeugt häufig ein leises Hintergrundgeräusch.
Ernährungsfachkräfte stellen sicher, dass Patientinnen und Patienten eine ihrem individuellen Bedarf angepasste Nährstoffzufuhr erhalten. Sie betreuen regelmäßig Intensivpatientinnen und -patienten – unabhängig davon, ob diese intubiert und bewusstlos oder wach und selbstständig sind. Eine ausreichende Ernährung ist ein zentraler Faktor für die Erholung und wird deshalb gezielt geplant und überwacht.
Eine Patientenverfügung ist ein im Voraus verfasstes Dokument, in dem eine Person festhält, welche medizinischen Maßnahmen sie wünscht oder ablehnt, falls sie später nicht mehr selbst entscheiden kann.
Im französischen Kontext können solche Vorausverfügungen frei formuliert oder mithilfe eines vorgefertigten Formulars erstellt werden, zum Beispiel dem der Société de Réanimation de Langue Française: hier abrufbar.
Diuretika sind Medikamente, die die Ausscheidung von Wasser und Salz über die Nieren erhöhen. Sie werden insbesondere eingesetzt, wenn sich zu viel Flüssigkeit im Körper angesammelt hat, zum Beispiel bei bestimmten Formen von Herz- oder Niereninsuffizienz.
Organspenden sind in Frankreich unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen möglich, unter anderem nach Feststellung des Hirntods oder in bestimmten Situationen nach einer Entscheidung zur Begrenzung oder Beendigung lebenserhaltender Therapien (Maastricht-III-Kontext). Verschiedene Organe und Gewebe können gespendet werden. In Frankreich gilt grundsätzlich die Widerspruchslösung: Personen gelten als potenzielle Spenderinnen und Spender, sofern sie zu Lebzeiten nicht widersprochen haben. Ein Eintrag im nationalen Widerspruchsregister kann die eigene Entscheidung eindeutig dokumentieren. Auch ein Gespräch mit Angehörigen oder ein Spenderausweis kann helfen, schwierige Entscheidungen im Ernstfall zu vermeiden.
Siehe die Seite Organspende.
Eine Drainage ist ein flexibler Schlauch, der in den Körper eingelegt wird, damit Blut, Luft oder Sekrete abgeleitet werden können, die sonst die Heilung oder die Funktion eines Organs beeinträchtigen könnten. Je nach Lage spricht man beispielsweise von Thorax-, Pleura-, Bauch- oder Perikarddrainage.
Dysphagie bedeutet Schluckstörung. Sie kann nach längerer Zeit entstehen, in der die Schluckmuskulatur kaum genutzt wurde, oder durch neurologische Schädigungen. Geschwächte Muskeln können dazu führen, dass Nahrung oder Flüssigkeit teilweise in die Atemwege gelangt. Dies nennt man Aspiration bzw. „Verschlucken“; häufig zeigt es sich durch Husten beim Essen oder Trinken und kann Lungeninfektionen verursachen. Je nach Störung können feste Speisen, Flüssigkeiten oder beides betroffen sein.
An eine Schluckstörung sollte gedacht werden, wenn die Patientin oder der Patient beim Essen oder Trinken regelmäßig hustet. In diesem Fall sollte die Mahlzeit unterbrochen und das Behandlungsteam informiert werden. Eine Beurteilung kann zum Beispiel durch HNO-Ärztinnen und -Ärzte, Logopädie oder Physiotherapie erfolgen. Mögliche Maßnahmen sind eine Anpassung der Nahrungskonsistenz, ergänzende enterale Ernährung oder gezieltes Schlucktraining.
Ultraschall wird längst nicht nur in der Schwangerschaft eingesetzt.
Mit dieser Untersuchung können Aufbau und Funktion verschiedener Organe beurteilt werden. Ultraschall kann von außen oder als interne Untersuchung durchgeführt werden:
– Beim äußeren Ultraschall setzt die Ärztin oder der Arzt einen Schallkopf auf die Haut über dem zu untersuchenden Organ. Dieser sendet Ultraschallwellen aus, die vom Gewebe unterschiedlich zurückgeworfen werden. Die Untersuchung ist meist schnell, schmerzfrei und kann direkt am Bett erfolgen.
– Bei internen Ultraschalluntersuchungen wird der Schallkopf über eine natürliche Körperöffnung näher an das zu untersuchende Organ gebracht. Reicht beispielsweise ein äußerer Herzultraschall (transthorakale Echokardiografie) nicht aus, kann eine transösophageale Echokardiografie durchgeführt werden. Dabei wird die Sonde über den Mund in die Speiseröhre eingeführt, um das Herz aus nächster Nähe darzustellen.
ECMO steht für „Extracorporeal Membrane Oxygenation“ und bezeichnet ein Verfahren der extrakorporalen Organunterstützung.
Es gibt zwei wichtige Formen: Die veno-venöse ECMO (VV-ECMO) unterstützt vor allem die Lunge, während die veno-arterielle ECMO (VA-ECMO) zusätzlich die Herz-Kreislauf-Funktion unterstützen kann.
Eine VV-ECMO kann eingesetzt werden, wenn selbst Intubation und mechanische Beatmung das Blut nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgen.
Dazu werden große Kanülen in große Blutgefäße gelegt. Eine Pumpe führt das Blut durch eine Membran, in der Sauerstoff aufgenommen und Kohlendioxid entfernt wird.
Eine VA-ECMO wird bei schwerem Herzversagen oder kombiniertem Herz-Lungen-Versagen eingesetzt. Die Pumpe unterstützt dann die Kreislauffunktion; die Kanülen liegen in einem venösen und einem arteriellen Gefäß.
Eine ECMO ist ein sehr invasives Verfahren mit erheblichen Risiken und wird nur bei klarer medizinischer Indikation eingesetzt. Die Anlage erfolgt meist unter Narkose, in seltenen Situationen auch unter örtlicher Betäubung.
Die großen Kanülen können an den Einstichstellen Narben hinterlassen. Kleinere Narben können von Nähten stammen, mit denen die Kanülen sicher fixiert wurden.
Elektroden sind kleine Sensoren, die auf dem Brustkorb angebracht werden und die elektrische Aktivität des Herzens messen. Meist handelt es sich um Klebepads mit einem Metallkontakt in der Mitte, an den die Kabel des Monitors angeschlossen werden. Auf dem Monitor wird unter anderem das Elektrokardiogramm dargestellt.
Manche Patientinnen und Patienten behalten vorübergehend Abdrücke oder gereizte Hautstellen von den Elektroden. Wenn Klebepads lange liegen oder wiederholt an derselben Stelle angebracht werden, kann sich die oberste Hautschicht lösen. Diese Spuren verschwinden meist mit der Zeit und durch normales Waschen; ein sanftes Peeling kann den Prozess beschleunigen.
Bleiben gräuliche Klebereste zurück, kann ein spezieller medizinischer Klebstoffentferner aus der Apotheke helfen.
Auch bei einem EEG spricht man von Elektroden. Diese sehen etwas anders aus und werden mit leitfähiger Paste und häufig einem grau wirkenden Fixiermittel auf der Kopfhaut befestigt, das sich später mit Shampoo entfernen lässt.
Schlafende Patientinnen und Patienten oder wache Personen mit ausgeprägter Muskelschwäche können Urin und Stuhl oft nicht selbstständig kontrollieren. Für den Urin wird häufig ein Blasenkatheter gelegt. Für den Stuhl werden saugfähige Unterlagen verwendet, damit das Bett nicht vollständig gewechselt werden muss. Wer dazu in der Lage ist, kann eine Bettpfanne oder Urinflasche benutzen. Um Verstopfung und eine Darmträgheit zu vermeiden, können Abführmittel gegeben werden. Reicht eine orale Behandlung nicht aus, kann das Pflegepersonal einen Einlauf durchführen. Das kann als peinlich empfunden werden, ist medizinisch aber manchmal notwendig und nicht zwangsläufig schmerzhaft.
Bei einer Lungenembolie wird eine Arterie in der Lunge verschlossen, meist durch ein Blutgerinnsel.
Sie kann plötzlich Atemnot, Brustschmerzen oder einen Abfall des Sauerstoffgehalts im Blut verursachen. Schwere Formen können auch die Funktion des Herzens gefährden.
Aufgrund der Ungewissheit über die weitere Entwicklung erleben Angehörige auf der Intensivstation häufig ein starkes Auf und Ab der Gefühle.
Auch Patientinnen und Patienten beschreiben nach der Intensivzeit oft vorübergehend deutlich verstärkte positive wie negative Emotionen.
Diese intensiven Gefühlswellen können Angehörige verunsichern und Betroffene belasten: Viele haben das Gefühl, intensiver zu leben, aber gleichzeitig auch stärker zu leiden.
Dieser Zustand ist in der Regel vorübergehend und normalisiert sich mit der Zeit. Psychologische Unterstützung kann helfen, besonders belastende negative Emotionen besser zu bewältigen.
„Endo-“ bedeutet „innen“ und „-skopie“ „anschauen“. Unter Endoskopie versteht man Untersuchungen, bei denen mit einem flexiblen Instrument und einer Kamera in das Körperinnere geschaut wird. Zur besseren Unterscheidung wird meist das untersuchte Organ genannt, zum Beispiel Bronchoskopie bzw. bronchiale Endoskopie für die Bronchien oder Gastroskopie für den Magen. Siehe Fibroskopie.
Ergotherapie ist ein medizinisch-therapeutisches Fachgebiet, das Umgebung und Hilfsmittel anpasst, um Selbstständigkeit und Bewegungsmöglichkeiten entsprechend den individuellen Einschränkungen zu verbessern – unabhängig davon, ob diese vorübergehend oder dauerhaft sind.
Beispiele sind eine rutschfeste Unterlage für Telefon oder Lautsprecher, ein individuell angepasstes Kissen bei einer Druckstelle am Hinterkopf, eine veränderte Rufklingel für sehr schwache Patientinnen und Patienten oder eine Anpassung des Bettes, um bestimmte selbstständige Bewegungen zu erleichtern.
Druckgeschwüre (Dekubitus) sind Haut- und Gewebeschäden, die durch anhaltenden Druck bei längerer Immobilität entstehen können. Besonders gefährdet sind Körperstellen, an denen Knochen nahe unter der Haut liegen, etwa Fersen, Kreuzbein, Hinterkopf und Schulterblätter.
Zur Vorbeugung lagern Pflegefachpersonen die Patientinnen und Patienten regelmäßig um, sodass der Druck auf unterschiedliche Körperstellen verteilt wird. Außerdem werden gefährdete Bereiche kontrolliert und sanft entlastet; eine ausreichende Ernährung ist ebenfalls wichtig. Angehörige können nach Absprache mit dem Team bei gut zugänglichen Stellen wie Ellenbogen oder Fersen mit sehr sanften Berührungen unterstützen.
Druckgeschwüre heilen oft langsam und können kosmetische oder funktionelle Folgen hinterlassen, die die Rehabilitation erschweren. Die Versorgung kann schmerzhaft sein und bei tiefen Wunden spezielle Verbände erfordern. Auch ein unangenehmer Geruch kann belastend sein. Besprechen Sie mögliche Maßnahmen zur Geruchskontrolle mit dem Pflegepersonal.
Auch nach der Intensivzeit sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, wenn Beschwerden stark bleiben; in manchen Fällen kommen rekonstruktive Eingriffe infrage.
Ein Status epilepticus ist ein lang anhaltender epileptischer Anfall oder eine Folge mehrerer Anfälle, zwischen denen das Bewusstsein nicht wieder vollständig zurückkehrt. Dieser Zustand kann die Gehirnfunktion erheblich beeinträchtigen und die Atmung oder andere lebenswichtige Funktionen gefährden.
Wenn die Patientin oder der Patient wieder ausreichend selbstständig atmen kann, wird der Beatmungstubus entfernt. Dieser Vorgang heißt Extubation. Er kann eindrucksvoll und unangenehm sein, ist aber häufig ein wichtiger Schritt aus der akuten Krankheitsphase heraus.
Hinweis: Wenn eine Behandlung nicht mehr fortgeführt werden soll und im Rahmen einer Entscheidung zur Beendigung lebenserhaltender Maßnahmen, kann eine Extubation auch durchgeführt werden, um die letzte Lebensphase ohne belastenden Beatmungstubus zu ermöglichen.
Was harmlos klingt, kann für Intensivpatientinnen und -patienten eine enorme Anstrengung sein: das Umsetzen in einen Sessel. Trotzdem ist es wichtig, um den Körper wieder an die aufrechte Haltung zu gewöhnen, Rücken- und Bauchmuskeln zu kräftigen, die Verdauung zu fördern und den Abfluss von Bronchialsekret zu verbessern. Es ist eine Therapie für den ganzen Körper und kann durchaus zu kleinen Konflikten führen, weil Betroffene oft kaum nachvollziehen können, warum ihnen in ihrer Schwäche solche Anstrengungen zugemutet werden, obwohl sie sich lieber ausruhen möchten.
Siehe Muskelabbau.
Bei einer Fibroskopie wird das Körperinnere mit einem flexiblen Endoskop untersucht, das Licht und optische Fasern bzw. eine kleine Kamera enthält. Das Instrument besteht aus einem dünnen, flexiblen Schlauch und ist mit einer Lichtquelle versehen. Moderne Geräte übertragen das Bild häufig auf einen Monitor. Über zusätzliche Arbeitskanäle können Instrumente eingeführt und Gewebe- oder Flüssigkeitsproben für Laboruntersuchungen entnommen werden. Ein Steuermechanismus ermöglicht die gezielte Bewegung des Endoskops im Körper.
Siehe Endoskopie.
Längere Immobilität führt zu Muskelabbau, der bei einem langen Aufenthalt auf der Intensivstation sehr ausgeprägt sein kann. Manche Patientinnen und Patienten verlieren viele Kilogramm Körpergewicht. Je stärker der Muskelabbau, desto länger kann es dauern, die Selbstständigkeit zurückzugewinnen. Deshalb beginnen Physiotherapie und Pflege so früh wie möglich mit Mobilisation, sobald der Zustand es zulässt.
Der Verlust an Muskelmasse kann sehr erschreckend sein, wenn Betroffene ihn zum ersten Mal bewusst wahrnehmen – etwa beim Waschen, beim Blick auf die Beine oder in den Spiegel. Viele Bewegungen müssen anschließend praktisch neu erlernt und Muskeln schrittweise wieder aufgebaut werden: Zwerchfell und Zwischenrippenmuskeln für die selbstständige Atmung, Rückenmuskeln für das Sitzen, Beinmuskeln für das Gehen.
Das braucht Zeit – aber Kraft und Funktion können wiederkommen.
Auch nachts, an Wochenenden und Feiertagen läuft die Versorgung auf der Intensivstation weiter. Diese Zeiten werden im französischen Krankenhaus als „gardes“ bezeichnet. Pflegefachpersonen und Pflegeassistenz sind häufig tagsüber und nachts in ähnlich hoher Besetzung vorhanden. Ärztinnen und Ärzte arbeiten dagegen in einem Bereitschafts- bzw. Dienstsystem und sind außerhalb der regulären Tageszeiten in geringerer Zahl vor Ort. Deshalb haben während dieser Zeiten besonders schwer erkrankte Patientinnen und Patienten und Notfälle Vorrang. Für ausführliche Gespräche oder organisatorische Anliegen sind Ärztinnen und Ärzte tagsüber meist besser verfügbar.
Bei einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG) wird eine Ernährungssonde durch die Haut direkt in den Magen gelegt. Darüber können enterale Nahrung und Medikamente gegeben werden, wenn eine Person nicht ausreichend über den Mund essen kann.
Die Anlage erfolgt mithilfe eines Endoskops mit Kamera, das über den Mund in den Magen eingeführt wird und eine präzise Platzierung der Sonde ermöglicht.
Eine PEG ist häufig nur vorübergehend notwendig und kann im Vergleich zu einer durch die Nase verlaufenden Magensonde den Komfort verbessern. Dem steht insbesondere ein Infektionsrisiko an der Austrittsstelle gegenüber.
Ist die Sonde gelegt, benötigt sie regelmäßige, aber einfache Pflege. Sobald die Patientin oder der Patient wieder sicher selbstständig schlucken, essen und trinken kann, kann sie entfernt werden.
Bei einer Blutgasanalyse werden je nach Fragestellung Werte aus arteriellem oder venösem Blut bestimmt. Häufig wird arterielles Blut benötigt, das typischerweise am Handgelenk dort entnommen wird, wo der Puls tastbar ist.
Eine arterielle Punktion kann aufgrund der empfindlichen Gefäßwand deutlich schmerzhafter sein als eine normale Blutentnahme. Deshalb wird auf der Intensivstation häufig ein arterieller Katheter gelegt, über den wiederholt Blut abgenommen werden kann, ohne jedes Mal neu punktieren zu müssen. Blutgasanalysen werden besonders bei Ateminsuffizienz und Kreislaufschock benötigt. Gemessen werden unter anderem Sauerstoff, Kohlendioxid und der Säure-Basen-Haushalt des Blutes (pH-Wert).
Ein lokal betäubendes Lidocain-Pflaster, das ausreichend früh aufgeklebt wird, kann die Schmerzen verringern. In Notfallsituationen bleibt dafür allerdings nicht immer genügend Zeit.
Händehygiene ist auf der Intensivstation und im gesamten Krankenhaus besonders wichtig – ebenso wie im Alltag. Viele Krankheitserreger werden über die Hände übertragen. Da Intensivpatientinnen und -patienten besonders gefährdet sind, sollten die Hände vor jedem Kontakt mit der Person, ihren persönlichen Gegenständen oder Geräten im Zimmer, zwischen potenziell kontaminierenden Kontakten und beim Verlassen des Zimmers gereinigt bzw. desinfiziert werden.
Alkoholisches Händedesinfektionsmittel ermöglicht eine schnelle Keimreduktion ohne Wasser. Es ist allerdings nur auf sichtbar sauberen Händen geeignet. Sichtbar verschmutzte Hände müssen mit Wasser und Seife gewaschen werden.
Bei der Händedesinfektion sollten alle Bereiche benetzt werden: Handflächen, Handrücken, Zwischenräume der Finger, Fingerspitzen, Daumen und Handgelenke.
Eine Demonstration der richtigen Händehygiene finden Sie auf der Seite Eine Patientin oder einen Patienten besuchen.
Der Blutzuckerwert gibt an, wie viel Glukose sich im Blut befindet.
Mit einem Blutzuckermessgerät kann dieser Wert rasch kontrolliert werden. Dazu wird mit einer sehr feinen Lanzette die Fingerkuppe oder das Ohrläppchen angestochen. Ein Blutstropfen wird auf einen Teststreifen gegeben, der in das Messgerät eingesetzt ist.
Die Kontrolle ist wichtig, damit der Körper ausreichend Glukose für die Energieversorgung der Organe erhält. Bei Diabetes oder wenn bestimmte Medikamente vorübergehend einen diabetesähnlichen Zustand auslösen, können Behandlungen notwendig sein, um den Blutzucker im Zielbereich zu halten.
Eine Nierenschale ist ein kleines, meist Einweggefäß, in dem bei Bedarf verschiedene Flüssigkeiten aufgefangen werden können, zum Beispiel Erbrochenes, Speichel oder Sekrete.
Das Pflegepersonal verwendet sie außerdem häufig als kleine Ablage für Material während einer Pflegemaßnahme – ein vielseitiges Hilfsmittel.
HeartMate III ist ein linksventrikuläres Herzunterstützungssystem. Eine Pumpe entnimmt Blut aus der linken Herzkammer und fördert es in die Aorta, die große Hauptschlagader, über die das Blut in den Körper gelangt. Das System kann vorübergehend eingesetzt werden, etwa als Überbrückung während Rehabilitation und Vorbereitung auf eine spätere Herztransplantation, oder als dauerhafte Therapie. Mit einem solchen Unterstützungssystem kann man viele Jahre leben. Es erfordert in der Regel eine gerinnungshemmende Behandlung und wird durch externe Batterien mit Energie versorgt. Ein Kabel führt durch die Haut am Bauch nach außen und verbindet die Pumpe mit der Stromversorgung.
Blutkulturen sind Blutproben, mit denen Bakterien oder andere Mikroorganismen im Blut nachgewiesen werden können. Das Blut wird in spezielle Flaschen mit Nährmedium gegeben, in dem sich vorhandene Keime vermehren können. Bis ein Ergebnis vorliegt, können mehrere Tage vergehen – dies ist die sogenannte Inkubations- bzw. Kulturzeit.
Die Blutkulturflaschen sind relativ groß und haben häufig verschiedenfarbige Verschlüsse. Das kann eindrucksvoll wirken, sie werden jedoch nicht vollständig mit Blut gefüllt.
Eine Blutung ist ein erheblicher Blutverlust, entweder nach außen sichtbar oder innerhalb des Körpers. Bei starken Blutungen kann die Sauerstoffversorgung der Organe beeinträchtigt werden. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und kann Bluttransfusionen, eine Operation oder spezielle Medikamente erfordern.
Die Uhr ist für Patientinnen und Patienten oft zugleich hilfreich und belastend. Sie hilft, sich wieder in der Realität zu orientieren, den Zeitverlauf wahrzunehmen und nach und nach ein Gefühl für Tageszeit und Dauer zurückzugewinnen. In schwierigen Momenten kann sie aber auch daran erinnern, wie langsam die Zeit vergeht. Deshalb gehört sie in vielen Intensivzimmern selbstverständlich dazu, kann jedoch auch Frust auslösen.
Der beheizte Atemgasbefeuchter, manchmal auch „Cocotte“ genannt, ist ein kleines Zusatzgerät am Beatmungsgerät, das das eingeatmete Gasgemisch erwärmt und befeuchtet. Medizinische Luft und Sauerstoff sind trockene Gase und können die Atemwege reizen oder Sekrete austrocknen. Durch die Befeuchtung sollen Komplikationen vermieden und der Komfort verbessert werden. Das Gerät kann mit verschiedenen Beatmungsformen genutzt werden: Tubus, Maske zur nichtinvasiven Beatmung oder Nasenkanülen bei High-Flow-Sauerstofftherapie.
Hypnotika sind Medikamente, die die Aktivität des zentralen Nervensystems dämpfen. Je nach Wirkstoff und Dosis können sie Angst reduzieren, Schlaf fördern oder auf der Intensivstation das Bewusstsein so weit herabsetzen, dass eine tiefe Sedierung bzw. ein künstliches Koma entsteht. Dadurch lassen sich belastende Behandlungen wie Beatmung oder invasive Maßnahmen besser tolerieren. Ihre Anwendung erfordert eine engmaschige Überwachung.
Bei bestimmten Erkrankungen kann eine gezielte Hypothermie eingesetzt werden, also eine kontrollierte Abkühlung des Körpers auf unter 36 °C, teilweise bis etwa 34 °C. Diese Therapie kann helfen, Gehirnzellen zu schützen.
Dafür gibt es verschiedene Verfahren. Früher wurde beispielsweise kalte Luft mit Eis und einem Ventilator unter einem „Tunnel“ aus einem Bettlaken erzeugt. Heute stehen auch Geräte zur Verfügung, bei denen große Haftmatten auf Brustkorb und Oberschenkel angebracht werden, durch die gekühlte Flüssigkeit zirkuliert.
Wenn möglich, wird die Körpertemperatur vor dem Erwachen wieder auf etwa 36 °C angehoben. Manchmal setzt das Erwachen jedoch früher ein oder die Kühlung muss aus medizinischen Gründen weiterlaufen. Dann kann das Gefühl sehr unangenehm sein, ähnlich wie beim Eintauchen in sehr kaltes Wasser.
Als iatrogen bezeichnet man Beschwerden oder Komplikationen, die durch eine medizinische Behandlung oder ein Medikament verursacht werden. Man spricht dann von iatrogenen Komplikationen. Intensivmedizinische Teams versuchen, solche Risiken so gering wie möglich zu halten. Je mehr Behandlungen notwendig sind und je schwerer eine Person erkrankt ist, desto höher kann jedoch das Risiko von Nebenwirkungen und Komplikationen sein.
Schlafende Patientinnen und Patienten oder wache Personen mit ausgeprägter Muskelschwäche können die Ausscheidung nicht immer kontrollieren und inkontinent sein. Für den Urin wird häufig ein Blasenkatheter gelegt. Für den Stuhl werden saugfähige Unterlagen verwendet, damit Bettwäsche bei Bedarf gewechselt werden kann, ohne das gesamte Bett neu beziehen zu müssen. Schwere Erkrankung, enterale Ernährung und bestimmte Medikamente können ausgeprägten Durchfall begünstigen. Das Behandlungsteam versucht, solche Phasen zu regulieren und die Patientin oder den Patienten möglichst sauber und trocken zu halten; in manchen Situationen ist die Ausscheidung jedoch nahezu kontinuierlich.
Wache Betroffene können dies als sehr beschämend oder als Verlust von Würde erleben. Für das Pflegepersonal gehört die Ausscheidung jedoch selbstverständlich zum menschlichen Leben und zur Versorgung dazu.
Ein Herzinfarkt entsteht, wenn eine Arterie, die den Herzmuskel mit Blut versorgt, verschlossen wird. Dadurch kann der Herzmuskel schwer geschädigt werden, was wiederum Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben kann.
Nosokomiale Infektionen sind Infektionen, die im Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt erworben werden. Auf Intensivstationen treten sie trotz konsequenter Hygienemaßnahmen vergleichsweise häufig auf, weil die Patientinnen und Patienten besonders verletzlich sind und viele invasive Maßnahmen für ihre Behandlung notwendig sind.
Inotrope Medikamente erhöhen die Kontraktionskraft des Herzens. Sie werden eingesetzt, wenn das Herz nicht mehr genügend Blut pumpen kann, um den Bedarf des Körpers zu decken.
Von Herzinsuffizienz spricht man, wenn das Herz nicht mehr ausreichend Blut pumpen kann, um den Körper zu versorgen. Je nach Schweregrad können starke Atemnot, ausgeprägte Müdigkeit, Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme) und weitere Komplikationen auftreten. Bei schwerer Herzinsuffizienz können auch andere Organe, insbesondere die Nieren, beeinträchtigt werden.
Ein akutes Nierenversagen ist eine plötzliche Verschlechterung der Nierenfunktion. Die Nieren können dann Abfallstoffe und überschüssiges Wasser nicht mehr ausreichend aus dem Blut entfernen. Mögliche Ursachen sind Infektionen, Austrocknung, ein starker Blutdruckabfall, bestimmte Medikamente oder eine schwere Erkrankung. Je nach Ausprägung sind engmaschige Überwachung, gezielte Behandlungen oder vorübergehend eine Dialyse erforderlich.
Im französischen System sind „internes“ junge Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung nach dem nationalen Auswahlverfahren am Ende des sechsten Studienjahres. Sie dürfen unter der Verantwortung einer erfahrenen ärztlichen Leitung verordnen und sind im Stationsalltag sehr präsent. Für Patientinnen, Patienten und Angehörige sind sie daher häufig wichtige direkte Ansprechpersonen.
Bei der Intubation wird unter Narkose ein Schlauch über den Mund oder seltener über die Nase in die Luftröhre eingeführt, damit die Patientin oder der Patient künstlich beatmet werden kann. Als Extubation bezeichnet man das Entfernen dieses Tubus.
Der Tubus liegt in der Luftröhre. Wenn die Patientin oder der Patient wach ist, kann er sich unangenehm oder fremd im Hals anfühlen. Siehe Beatmungstubus.
Die Vermeidung von Krankenhausinfektionen ist ein zentrales Ziel. Eine mögliche Maßnahme ist die Isolation. Sie kann besonders gefährdete Patientinnen und Patienten vor Keimen schützen, die für andere Menschen harmlos sind, oder verhindern, dass multiresistente Erreger von einer betroffenen Person auf andere übertragen werden. Welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind, ist meist an der Zimmertür angegeben.
Für Betroffene kann Isolation mehr Einsamkeit bedeuten: Besuche können eingeschränkt sein, Pflege- und Behandlungsschritte werden möglichst gebündelt, um Übertragungsrisiken zu reduzieren, und Besucherinnen und Besucher müssen je nach Isolationsform Schutzkleidung tragen. Für wache Patientinnen und Patienten können digitale Kommunikationsmöglichkeiten sehr wertvoll sein. Manche empfinden die zusätzliche Ruhe aber auch als angenehm und können sich besser erholen.
MRT steht für Magnetresonanztomografie. Dabei handelt es sich um ein nichtinvasives bildgebendes Verfahren, mit dem sich innere Strukturen des Körpers sehr detailliert darstellen lassen. Die Patientin oder der Patient liegt dabei in einem Gerät, das starke Magnetfelder und Hochfrequenzimpulse nutzt. Für MRT-Untersuchungen kann es längere Wartezeiten geben. Wegen des starken Magnetfelds ist bei bestimmten metallischen oder elektronischen Implantaten besondere Vorsicht erforderlich; manche Geräte oder Implantate sind nicht MRT-tauglich.
Für die Untersuchung muss die Intensivstation verlassen werden. Das kann für schwer erkrankte Patientinnen und Patienten belastend sein. Notwendige Überwachungs- und Beatmungstechnik wird jedoch mitgeführt und das Behandlungsteam begleitet den Transport, um Sicherheit und Kontinuität der Versorgung zu gewährleisten.
Während der Untersuchung liegt die Person in der röhrenförmigen Öffnung des Geräts. Das MRT erzeugt laute, rhythmische Geräusche. Besonders bei Untersuchungen von Kopf oder Oberkörper kann dies bei manchen Menschen Engegefühl oder Klaustrophobie auslösen. Das Personal befindet sich direkt hinter einer Scheibe, überwacht die Untersuchung ständig und kann über Mikrofone mit der Patientin oder dem Patienten kommunizieren. Bei starker Angst sollte man sich unbedingt bemerkbar machen.
Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten spielen auf der Intensivstation eine wichtige Rolle. Sie behandeln die Patientinnen und Patienten häufig täglich, um die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten und die Muskulatur zu aktivieren. Besonders wichtig ist ihre Arbeit außerdem bei der Entwöhnung von der künstlichen Beatmung und beim schrittweisen Wiederaufbau der körperlichen Funktionen.
Physiotherapie unterstützt die Wiederherstellung körperlicher Funktionen. Auf der Intensivstation hilft sie unter anderem, die Atmung zu verbessern, Bronchialsekret zu mobilisieren, die schrittweise Entwöhnung von der mechanischen Beatmung zu begleiten, die Gelenkbeweglichkeit trotz Immobilität zu erhalten und die Muskulatur wieder aufzubauen.
Für wache Patientinnen und Patienten kann dies körperlich und psychisch sehr anstrengend sein. Schon das Umsetzen in einen Sessel kann sich wie die Besteigung des Mount Everest anfühlen. Gleichzeitig wird die Person nach und nach wieder aktiv an ihren eigenen Bewegungen beteiligt. Erste Fortschritte sind häufig relativ schnell spürbar und können motivieren, weil sie ein Schritt in Richtung Entlassung sind. Auch nach der Intensivstation bleibt Physiotherapie für viele Betroffene über längere Zeit wichtig.
Das Halteband ist ein Band oder eine Schnur, mit der der Beatmungstubus am Kopf fixiert und in der richtigen Tiefe gehalten wird. Sitz und Einführtiefe werden regelmäßig kontrolliert; das Band wird so oft wie nötig gewechselt, damit es sauber und ausreichend straff bleibt.
Bei einer Tracheotomie wird stattdessen meist ein gepolstertes Fixierband für die Trachealkanüle verwendet.
Bei immobilen Patientinnen und Patienten ermöglichen Patientenlifter dem Pflegepersonal, eine Person mitsamt ihren Leitungen und Geräten anzuheben und umzusetzen. Die eigentliche Herausforderung besteht dann weniger im Gewicht als darin, alle Schläuche und Kabel so zu ordnen, dass nichts verknotet oder versehentlich gezogen wird. Manche Lifter können außerdem zum Wiegen verwendet werden. Es gibt mobile Geräte und fest in die Zimmerarchitektur integrierte Systeme.
Wenn bestimmte Behandlungen keinen Nutzen mehr erwarten lassen oder ihre Belastungen – etwa Schmerzen, Angst oder Unbehagen – den möglichen Nutzen überwiegen, können sie nicht begonnen oder beendet werden. In Frankreich regeln seit 2004 und erneut seit 2016 die Gesetze Léonetti und Claeys-Leonetti Entscheidungen zur „Begrenzung und Beendigung von Behandlungen“ (LAT). Solche Entscheidungen werden gemeinsam im Behandlungsteam, unter Einbeziehung einer externen beratenden Person und unter Berücksichtigung der Wünsche der Patientin oder des Patienten getroffen; die Angehörigen werden ausführlich informiert. Die Entscheidung wird regelmäßig entsprechend der Entwicklung des Gesundheitszustands überprüft. Das Beenden lebenserhaltender Maßnahmen kann den Sterbeprozess beschleunigen. In diesem Fall werden palliative Maßnahmen zur Symptomlinderung und zum Komfort eingeleitet. Das französische Recht erlaubt seit 2016 in bestimmten Situationen auch eine „tiefe und kontinuierliche Sedierung bis zum Tod“, um eine möglichst beschwerdearme letzte Lebensphase zu ermöglichen.
Ein Intensivpflegebett ist selbst ein wichtiges medizinisches Hilfsmittel. Es schützt die Haut, verbessert den Komfort und hilft, Komplikationen zu vermeiden. Eine häufig verwendete halb sitzende Position mit einem Oberkörperwinkel von etwa 30 bis 45° kann zum Beispiel das Risiko einer Lungenentzündung durch das Einatmen verunreinigter Sekrete verringern.
Bevor das Bett verstellt wird, muss unbedingt geprüft werden, dass keine Katheter, Drainagen, Sonden oder Schläuche unter Zug geraten, verrutschen oder herausgezogen werden können. Im Zweifel sollten Angehörige immer das Behandlungsteam um Hilfe bitten.
Bei länger immobilisierten oder bewusstlosen Patientinnen und Patienten wird häufig eine Wechseldruckmatratze verwendet. Ihre Luftkammern füllen und entleeren sich in regelmäßigen Abständen und verändern so die Druckverteilung zwischen Körper und Matratze, um Druckgeschwüren vorzubeugen. Das kann ein Gefühl des leichten Schwebens erzeugen; manche Betroffene berichten später von Träumen, in denen sie auf einem Boot waren.
Eine Sauerstoff-Nasenbrille ist ein dünner Schlauch mit zwei kleinen Nasenstutzen, über die zusätzlicher Sauerstoff zugeführt wird, wenn der Sauerstoffgehalt der normalen Umgebungsluft nicht ausreicht. Reicht die Nasenbrille nicht aus, können eine Sauerstoffmaske, eine Reservoirmaske oder intensivere Atemunterstützungen wie nichtinvasive Beatmung oder invasive Beatmung über einen Tubus notwendig werden.
Viele Patientinnen und Patienten merken bei der Nasenbrille erst, dass Nasenatmung nicht immer automatisch erfolgt: Damit der Sauerstoff wirksam in die Lunge gelangt, sollte möglichst durch die Nase geatmet werden.
Nach mehreren Wochen auf der Intensivstation kann die Nasenbrille zu einem vertrauten und beruhigenden Hilfsmittel werden. Wenn sie nicht mehr benötigt wird, kann das Absetzen deshalb emotional überraschend schwerfallen.
Vor allem bei höherem Sauerstofffluss können Schleimhäute und Nasensekrete stark austrocknen. Nasenpflege mit Kochsalzlösung kann dann den Komfort verbessern.
Eine Antidekubitusmatratze arbeitet häufig mit Luftkammern, in denen der Druck wechselnd verteilt wird. Dadurch verändern sich die Auflagepunkte des Körpers und länger anhaltender Druck auf einzelne Hautstellen wird reduziert. Die Matratze kann Geräusche machen und sich leicht bewegen, entlastet aber gefährdete Druckstellen wirksam.
Für vollständig wache und selbstständige Patientinnen und Patienten ist dieses Liegegefühl allerdings nicht immer besonders angenehm.
Eine spezielle sterile Kompresse wird um die Trachealkanüle gelegt, um die Austrittsstelle vor Reibung durch das Fixierband zu schützen.
Ein Monitor – umgangssprachlich auf französischen Intensivstationen auch „Scope“ genannt – zeichnet Herzfrequenz, Atemfrequenz, Blutdruck und Sauerstoffsättigung kontinuierlich auf. Die Werte werden über Sensoren und Elektroden erfasst, die mit Kabeln am Monitor angeschlossen sind. Bei auffälligen Veränderungen lösen die Geräte Alarme aus. Zusätzlich sind sie meist mit einer zentralen Überwachungsstation verbunden, sodass der Zustand auch dann beobachtet werden kann, wenn sich das Personal gerade nicht im Zimmer befindet.
Der Hirntod ist nicht dasselbe wie ein Koma. Er bezeichnet den irreversiblen Ausfall aller entscheidenden Hirnfunktionen ohne Möglichkeit einer Erholung. Auf der Intensivstation können Menschen zum Zeitpunkt der Hirntoddiagnostik weiterhin an Geräte angeschlossen sein, die äußere Zeichen des Lebens aufrechterhalten: Ein Beatmungsgerät hebt und senkt den Brustkorb, Kreislaufunterstützung lässt Blut zirkulieren und Medikamente wie Adrenalin oder Noradrenalin können Herzfunktion und Blutdruck stabilisieren. Die Diagnose des Hirntods erfolgt nach klar festgelegten medizinischen Kriterien. Ist sie bestätigt, wird der Tod ärztlich festgestellt. Auch wenn Maschinen einzelne Körperfunktionen noch für kurze Zeit aufrechterhalten können, wird der Organismus ohne Hirnfunktion rasch instabil. Der Hirntod ist in Frankreich eine der Situationen, in denen eine Organspende möglich sein kann.
Bei der Entwöhnung von einer Trachealkanüle gibt es mehrere Schritte, um die Rückkehr zur selbstständigen Atmung sicher zu gestalten. Wenn die mechanische Beatmung abgesetzt wird, kann am äußeren Ende der Trachealkanüle eine sogenannte „künstliche Nase“ bzw. ein HME-Filter angebracht werden. Dieses kleine T-förmige Aufsatzstück filtert Verunreinigungen und hilft, die eingeatmete Luft zu befeuchten – ähnlich wie die natürliche Funktion der Nase.
Noradrenalin gehört zur Gruppe der Katecholamine. Es wird als kontinuierliche Infusion in sehr genau gesteuerter Dosierung verabreicht und dient vor allem dazu, den Blutdruck zu erhöhen und die Kreislauffunktion zu stabilisieren.
Die Gabe wird häufig gar nicht bewusst wahrgenommen, besonders bei Bewusstlosigkeit. Manche wache Patientinnen und Patienten beschreiben jedoch ein Wärmegefühl, ein Gefühl eines „Schubs“ im Körper oder gelegentlich Kopfschmerzen.
Nachts werden die Geräusche auf der Station leiser und das Licht gedimmt. Das Behandlungsteam führt Kontrollen möglichst ruhig durch und versucht, Schlaf zu fördern. Dennoch fällt es wachen Patientinnen und Patienten häufig schwer, auf der Intensivstation zu schlafen, und die Nacht kann Ängste verstärken.
Wenn Patientinnen und Patienten nicht mehr über den Mund essen können, etwa wegen Sedierung, Koma oder Schluckstörungen, kann die Ernährung über eine Sonde erfolgen, die in den Magen oder in manchen Fällen weiter in den Darm reicht.
Bei der enteralen Ernährung werden Nährstoffe direkt in Magen oder Darm gegeben. Sie wird auf der Intensivstation eingesetzt, wenn normales Essen nicht möglich ist, der Verdauungstrakt aber noch funktioniert.
Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine und Mineralstoffe werden in flüssiger Form verabreicht, um den Energie- und Nährstoffbedarf zu decken und Mangelernährung vorzubeugen.
Diese Form kommt einer natürlichen Ernährung am nächsten und hilft, die Darmfunktion zu erhalten.
Sichtbar sind häufig Beutel mit cremefarbener Flüssigkeit, die über einen Schlauch und eine Pumpe mit der Ernährungssonde verbunden sind. Die Pumpe steuert die Zuflussgeschwindigkeit.
Man kann beobachten, wie die Nahrung vom Beutel durch den Schlauch in Richtung Sonde fließt.
Bei kühler oder zimmerwarmer Nahrung kann der Durchfluss manchmal leicht wahrgenommen werden, ist aber schmerzlos und geschmacksneutral. Da die Zufuhr oft kontinuierlich über den Tag erfolgt, werden Hunger und Sättigung teilweise kaum gespürt. In bestimmten Situationen wird die Sondennahrung nur nachts gegeben, um tagsüber wieder Hunger zu ermöglichen und die Rückkehr zu normaler Ernährung zu fördern.
Wenn der Verdauungstrakt nicht funktioniert oder nicht genutzt werden kann, etwa nach einer Operation, bei einer Infektion oder einem Verschluss, werden Nährstoffe direkt über eine Infusion in eine große Vene gegeben (siehe Katheter).
Dies nennt man parenterale Ernährung.
Auf der Intensivstation ermöglicht sie eine Versorgung mit Energie und Eiweiß auch dann, wenn der Verdauungstrakt vorübergehend nicht genutzt werden kann.
Parenterale Nährlösungen sind häufig weißlich und werden meist über zentrale Katheter verabreicht, weil sie kleinere Venen bei längerer Anwendung reizen können.
Viele Medikamente werden in wasserhaltigen Lösungen verdünnt, um die Venen zu schonen. Dadurch erhalten Intensivpatientinnen und -patienten täglich erhebliche Flüssigkeitsmengen. Trotz Maßnahmen zur Ausscheidung sind Ödeme daher sehr häufig. Hände, Arme, Beine oder auch das Gesicht können anschwellen; in manchen Fällen ist der ganze Körper betroffen. Diese Flüssigkeitseinlagerungen bilden sich später wieder zurück. Das Gewicht wird regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf können Diuretika eingesetzt werden, um die Ausscheidung zu fördern.
Betroffene können Wärme, Juckreiz, Spannungsgefühl der Haut oder bei starken Ödemen auch Schmerzen verspüren. Zusätzlich zur Ausscheidung kann die Flüssigkeitsverteilung durch Umlagern beeinflusst werden, da Ödeme der Schwerkraft folgen.
Ein akutes Lungenödem ist eine rasche Flüssigkeitsansammlung in der Lunge, häufig infolge einer Herzinsuffizienz. Es verursacht ausgeprägte Atemnot und kann sich wie Erstickungsgefühl anfühlen. Die Behandlung zielt darauf ab, das Herz zu entlasten, überschüssige Flüssigkeit zu reduzieren sowie Atmung und Sauerstoffversorgung zu unterstützen.
Während eines Intensivaufenthalts kann die Entwicklung des Gesundheitszustands dazu führen, den Nutzen laufender Behandlungen neu zu hinterfragen. Wenn trotz belastender oder aggressiver Maßnahmen kein realistischer Nutzen mehr zu erwarten ist, können einzelne Behandlungen begrenzt, beendet oder durch rein komfortorientierte Maßnahmen ersetzt werden. In Frankreich ist eine unangemessene Therapiefortführung gesetzlich untersagt. Die Gesetze Léonetti und Claeys-Leonetti regeln seit 2004 bzw. 2016 Entscheidungen zur Begrenzung und Beendigung von Behandlungen (LAT). Sie werden im Team, unter Einbeziehung einer externen beratenden Person, unter Berücksichtigung der Wünsche der Patientin oder des Patienten und mit ausführlicher Information der Angehörigen getroffen. Die Entscheidung wird täglich entsprechend der Entwicklung neu bewertet.
„Obstination déraisonnable“ ist im französischen Recht die neuere Bezeichnung für das, was früher häufig als „acharnement thérapeutique“ bezeichnet wurde.
Bei intubierten Patientinnen und Patienten kann der Geruchssinn vorübergehend vermindert sein, weil die eingeatmete Luft über Schläuche geführt wird und die üblichen Geruchsrezeptoren in der Nase weniger stimuliert werden. Meist kehrt der Geruchssinn später zurück. Bei einer seltenen anhaltenden Anosmie – also einem Verlust des Geruchssinns – kann gezieltes Riechtraining helfen.
Opioide sind starke Schmerzmittel zur Behandlung mäßiger bis schwerer Schmerzen. Je nach Wirkstoff und Dosis reduzieren sie die Schmerzwahrnehmung und können auch Schläfrigkeit oder bei sehr hohen Dosen eine tiefe Sedierung verursachen. Auf der Intensivstation werden sie häufig zusammen mit sedierenden Medikamenten eingesetzt.
Computer sind auf der Intensivstation ein wichtiges Arbeitsmittel.
Immer mehr Stationen arbeiten vollständig digital. Je nach technischer Ausstattung können Daten der Geräte im Patientenzimmer automatisch und in Echtzeit in das Dokumentationssystem übernommen werden. Dadurch lassen sich Überwachung und Behandlung lückenlos nachvollziehen.
Im Computer befinden sich außerdem die elektronische Patientenakte und ärztliche Verordnungen. Diese werden laufend aktualisiert – morgens nach Auswertung neuer Untersuchungsergebnisse und im Tagesverlauf entsprechend den Vitalparametern wie Puls, Blutdruck und Sauerstoffsättigung sowie weiteren Messwerten und der klinischen Entwicklung.
Bei der High-Flow-Sauerstofftherapie wird über weiche Nasenkanülen eine große Menge erwärmten und befeuchteten Sauerstoff-Luft-Gemischs mit hohem Fluss zugeführt. Sie kann Menschen mit Atemnot dabei helfen, besser zu atmen, einen ausreichenden Sauerstoffgehalt im Blut aufrechtzuerhalten und in manchen Fällen eine invasive Beatmung zu vermeiden oder hinauszuzögern.
Der Luftstrom kann anfangs recht stark wirken, wird aber meist nach kurzer Zeit besser toleriert. Das Gasgemisch wird mit einem beheizten Befeuchter erwärmt und angefeuchtet. Die Temperatur lässt sich etwas anpassen, eine ausreichende Befeuchtung ist jedoch wichtig, um Schleimhäute und Atemwege vor Austrocknung zu schützen.
Um Leckagen über den Mund zu verringern, ist es hilfreich, möglichst durch die Nase zu atmen und den Mund geschlossen zu halten.
Palliativversorgung umfasst Maßnahmen, die Beschwerden lindern und der Patientin oder dem Patienten ein möglichst komfortables Leben ermöglichen sollen.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird sie häufig als Gegensatz zu heilender Behandlung verstanden und ausschließlich mit dem Lebensende verbunden. Tatsächlich gehören dazu alle Maßnahmen zur Symptomlinderung und zum Komfort und sie können bereits in der akuten Krankheitsphase parallel zu kurativen Behandlungen sinnvoll sein.
Wenn keine heilende Therapie mehr möglich oder gewünscht ist oder sich das Lebensende nähert, rückt die Palliativversorgung vollständig in den Mittelpunkt. Ziel ist dann, die verbleibende Zeit so beschwerdearm und würdevoll wie möglich zu gestalten.
Eine beatmungsassoziierte Pneumonie ist eine der häufigsten Komplikationen invasiver mechanischer Beatmung. Keime, die natürlicherweise im Mund vorkommen, können trotz sorgfältiger Mundpflege entlang des Beatmungstubus in die unteren Atemwege gelangen und dort eine zusätzliche Lungeninfektion verursachen. Zur Vorbeugung werden verschiedene Maßnahmen eingesetzt, darunter eine halb sitzende Lagerung, regelmäßige Mundpflege, Absaugen von Sekret im Rachenraum und die Kontrolle des Cuff-Drucks am Beatmungstubus. Trotz dieser Maßnahmen lässt sich eine solche Infektion bei schwer erkrankten Intensivpatientinnen und -patienten nicht immer verhindern.
Mit „Infusion“ kann sowohl der venöse Zugang („eine Infusion legen“) als auch die verabreichte Flüssigkeit gemeint sein („die Infusion ist durchgelaufen“).
Aus Sicht der Patientin oder des Patienten ist es häufig ein Beutel über dem Bett, aus dem Flüssigkeit über einen Katheter in die Vene läuft. Manche verbinden damit sogar ein Zeitgefühl. Eine Patientin beschrieb ihre Infusionen als Orientierung im Tagesverlauf: den Flüssigkeitsstand beobachten, Beutel zählen usw.
Eine andere Person sagte: „Wie eine Sanduhr, deren Körner ganz langsam, ganz langsam herunterrieseln.“
Die französische „personne de confiance“ ist eine volljährige Person, die von der Patientin oder dem Patienten offiziell und schriftlich benannt wird. Sie kann medizinische Informationen erhalten und die bekannten Wünsche der Patientin oder des Patienten vertreten, wenn diese Person ihren Willen nicht mehr selbst äußern kann. Es kann sich um ein Familienmitglied, eine Freundin oder einen Freund, eine Nachbarin oder einen Nachbarn oder auch die Hausärztin bzw. den Hausarzt handeln.
Wichtig ist, dass diese Person die Wünsche und Werte der Patientin oder des Patienten gut kennt, denn sie soll im Namen der betroffenen Person sprechen und nicht ihre eigene Meinung vertreten. Die Benennung ist im französischen Recht medizinisch-rechtlich geregelt und muss schriftlich erfolgen, entweder formlos oder auf einem Formular der Einrichtung. Die Kontaktdaten und die Unterschriften der Patientin bzw. des Patienten und der benannten Vertrauensperson werden dokumentiert.
Die Vertrauensperson kann auch eine Kopie der Vorausverfügungen aufbewahren. Die Benennung kann jederzeit geändert oder widerrufen werden.
Mit „Sättigung“ ist meist die per Pulsoximeter gemessene Sauerstoffsättigung gemeint. Ein kleiner Sensor, der wie eine Klammer aussieht, wird dafür an einem Finger oder gelegentlich am Ohrläppchen angebracht. Der Wert gibt einen guten Hinweis auf die Sauerstoffversorgung, ist aber nicht identisch mit der arteriellen Sauerstoffsättigung, die durch eine arterielle Blutprobe im Rahmen einer Blutgasanalyse bestimmt wird.
Eine Pneumonie ist eine Infektion der Lunge.
Sie entsteht, wenn Krankheitserreger – meist Bakterien, manchmal auch Viren oder Pilze – eine Entzündung der Lungenbläschen verursachen, in denen der Sauerstoffaustausch stattfindet.
Die Lungenbläschen können sich dabei mit Flüssigkeit oder Eiter füllen, was die Atmung erschwert.
Bei einer schweren Pneumonie kann eine Atemunterstützung notwendig werden – von zusätzlichem Sauerstoff über eine Nasenbrille bis hin zur invasiven mechanischen Beatmung.
Der Begriff „Pneumopathie“ bezeichnet allgemein eine Erkrankung der Lunge.
Eine Infusionspumpe oder Spritzenpumpe ist ein Gerät, mit dem Medikamente und Flüssigkeiten über einen Katheter in die Vene verabreicht werden. Sie ermöglicht eine sehr genaue Einstellung der Infusionsgeschwindigkeit und damit eine präzise Dosierung.
Mit einem Urinmessbehälter wird der Urinbeutel entleert und die produzierte Urinmenge regelmäßig gemessen. Sie ist ein wichtiger Hinweis auf die Nierenfunktion.
Häufig handelt es sich um größere Kunststoffbehälter, die im Zimmer aufbewahrt und bei der täglichen Flüssigkeitsbilanz geleert werden.
Siehe Blasenkatheter.
Die Lunge ist das zentrale Organ der Atmung und erfüllt zwei wichtige Aufgaben:
Bei einer Ateminsuffizienz kann die Lunge diese Aufgaben nicht ausreichend erfüllen. In leichteren Fällen genügt manchmal zusätzliche Sauerstoffzufuhr oder eine Druckunterstützung der Atmung, zum Beispiel durch nichtinvasive Beatmung.
Bei schwerem Lungenversagen kann eine Intubation und künstliche Beatmung notwendig werden. Dadurch lassen sich Zusammensetzung, Druck und Volumen des Atemgasgemischs sehr genau steuern und die geschädigte Lunge möglichst schonend unterstützen.
Ärztliche Verordnungen werden fortlaufend an den Zustand der Patientin oder des Patienten angepasst: morgens nach Auswertung aktueller Untersuchungsergebnisse und im weiteren Tagesverlauf entsprechend der Entwicklung von Vitalparametern wie Puls, Blutdruck und Sauerstoffsättigung sowie weiterer kontinuierlich gemessener Werte und des klinischen Zustands.
Die Intensivstation ist für Patientinnen, Patienten und Angehörige eine belastende und potenziell traumatische Umgebung. Immer mehr Stationen bieten psychologische Unterstützung an. Dass Psychologinnen und Psychologen die besonderen Abläufe, Belastungen und Erfahrungen der Intensivmedizin kennen, wird von vielen Betroffenen als hilfreich empfunden. Psychologische Begleitung kann dabei unterstützen, die akute Situation zu bewältigen und sich auf die Zeit danach vorzubereiten.
Röntgenaufnahmen des Brustkorbs werden auf Intensivstationen sehr häufig durchgeführt. Sie helfen, den Verlauf von Lungenerkrankungen zu beurteilen und die korrekte Lage von Tubus, Magensonde und venösen Kathetern zu kontrollieren.
Die Aufnahme kann mit einem mobilen Röntgengerät direkt am Bett erfolgen. Dazu wird eine Platte hinter den Rücken geschoben, die sich kurzzeitig hart und kühl anfühlen kann. Anschließend wird der Röntgenarm passend positioniert – ein kurzer Auslöser, und die Aufnahme ist abgeschlossen.
Der französische Begriff „réanimation“ hat mehrere Bedeutungen:
– Er bezeichnet die medizinische Fachrichtung Intensivmedizin, die sich historisch insbesondere seit den 1950er-Jahren mit der Versorgung kritisch kranker Menschen entwickelte, unter anderem im Zusammenhang mit der Poliomyelitis-Epidemie und dem Bedarf an künstlicher Beatmung.
– Er bezeichnet außerdem die Intensivstation, auf der die schwerstkranken Patientinnen und Patienten eines Krankenhauses oder Menschen mit hohem Risiko einer raschen Verschlechterung behandelt werden. Die Öffentlichkeit kennt diesen Bereich oft wenig und verwechselt ihn mit der Notaufnahme oder dem Aufwachraum nach einer Operation. Darstellungen in Film und Fernsehen entsprechen häufig nur begrenzt der Realität.
– „Réanimation“ kann auch die intensive medizinische Behandlung und den Organersatz bezeichnen: Technische und medikamentöse Verfahren übernehmen vorübergehend die Funktion von Organen, die durch eine akute Erkrankung versagen, bis sich der Körper erholen kann. Im Englischen wird je nach Kontext von „critical care“, „intensive care“ oder bei Wiederbelebungsmaßnahmen von „resuscitation“ gesprochen. Eine intensive Organunterstützung kann nicht unbegrenzt aufrechterhalten werden, da das dadurch geschaffene Gleichgewicht sehr fragil bleibt.
– Für viele Betroffene bezeichnet der Begriff schließlich die gesamte Erfahrung eines Aufenthalts auf der Intensivstation. Eine ehemalige Patientin beschrieb sie als „eine eigene Welt, aus der man nicht unverändert zurückkehrt“.
Um wissenschaftliche Erkenntnisse zu erweitern und Behandlungsmethoden zu verbessern, beteiligen sich Intensivstationen aktiv an klinischer Forschung. Daten, die während des Krankenhausaufenthalts erhoben werden, können später anonymisiert für Auswertungen und Forschungsprojekte genutzt werden. Darüber hinaus kann die Zustimmung der Patientin oder des Patienten beziehungsweise – wenn nötig – der Angehörigen eingeholt werden, um verschiedene Behandlungen oder Versorgungskonzepte in Studien zu vergleichen. Dafür wird ein Informations- und Einwilligungsformular vorgelegt, das die geplante Studie erläutert und unterschrieben werden muss. Eine Teilnahme ist immer freiwillig. Eine Ablehnung hat keinerlei negative Auswirkungen auf die Behandlung oder das Verhältnis zum Behandlungsteam. Wurde die Einwilligung zunächst durch Angehörige erteilt, wird die Patientin oder der Patient erneut gefragt, sobald sie oder er wieder selbst entscheiden kann.
Viele Patientinnen und Patienten empfinden die Teilnahme an Forschung als sinnstiftend, weil ihre schwierige Erfahrung dazu beitragen kann, die Versorgung zukünftiger Betroffener zu verbessern.
Rehabilitation bezeichnet die unterschiedlich lange Phase, in der Patientinnen und Patienten schrittweise an körperlichen und kognitiven Folgen ihrer Erkrankung und der Intensivbehandlung arbeiten, um möglichst viel Selbstständigkeit und Normalität zurückzugewinnen. Sie beginnt bereits auf der Intensivstation als Frührehabilitation, wird häufig in spezialisierten Einrichtungen fortgesetzt und kann auch nach der Rückkehr nach Hause weitergehen. Je nach betroffenen Organen begleiten ärztliche Fachrichtungen und therapeutische Berufsgruppen – häufig insbesondere Physiotherapie – den weiteren Weg.
Eine Volumengabe bzw. Volumenexpansion bedeutet, Flüssigkeit in den Blutkreislauf zu geben, um das zirkulierende Blutvolumen zu erhöhen. Sie wird eingesetzt, wenn der Blutdruck zu niedrig ist oder dem Kreislauf Flüssigkeit fehlt. Art und Menge der Flüssigkeit werden an den Zustand der Patientin oder des Patienten, die Ursache und das Ansprechen auf die Behandlung angepasst.
Ein Beatmungsgerät – auch Ventilator oder Respirator genannt – führt der Patientin oder dem Patienten ein an den Bedarf angepasstes Gasgemisch zu und kontrolliert dabei Volumen, Druck und Atemfrequenz. So wird ein ausreichender Sauerstoffgehalt im Blut aufrechterhalten und Kohlendioxid abgeatmet. Das Gerät unterstützt die Atmung bei Lungen- und teilweise auch Kreislaufversagen. Es wird außerdem bei bewusstlosen Patientinnen und Patienten eingesetzt, wenn die Atemwege geschützt werden müssen. Bei invasiver Beatmung ist die Person über einen Tubus in der Luftröhre mit dem Gerät verbunden; das Einführen des Tubus erfolgt unter Narkose.
Je nach Bedarf und vorhandener Eigenatmung kann das Beatmungsgerät sehr unterschiedlich eingestellt werden, um die notwendige Unterstützung mit möglichst hohem Komfort zu verbinden.
Das Aufwachen ist für Angehörige oft ein lang ersehnter Moment. In der Realität verläuft es jedoch häufig anders als im Film: Je länger eine Sedierung oder ein „künstliches Koma“ gedauert hat und je stärker Leber und Nieren beeinträchtigt waren, desto langsamer können die Medikamente abgebaut werden. Das Erwachen kann sich daher über mehrere Tage hinziehen und sehr schrittweise erfolgen.
Betroffene brauchen oft Zeit, um ihre Umgebung, die Situation und die Behandlung wieder einzuordnen. Sie können wach aussehen und trotzdem desorientiert sein, ungewöhnliche Empfindungen erleben und anfangs nur einen Teil dessen verstehen, was um sie herum geschieht. Manche beschreiben diesen Zustand als „klebrig, als würde ich in Treibsand gezogen, die Augen gehen nicht richtig auf, der Kopf bewegt sich nicht“ oder als „langen, verschwommenen Moment, weit entfernt von den Bildern aus Filmen“.
Siehe die Seite Erleben auf der Intensivstation.
Mit „Sättigung“ ist meist die per Pulsoximeter gemessene Sauerstoffsättigung gemeint. Ein kleiner Sensor wird dafür an einen Finger oder manchmal an das Ohrläppchen geklemmt. Der Wert gibt einen guten Hinweis auf die Sauerstoffversorgung, ist aber weniger genau als die arterielle Sauerstoffsättigung aus einer Blutgasanalyse.
Kurzfristig ist der Sensor schmerzlos. Bei längerer Nutzung kann jedoch Druckgefühl, Unbehagen oder ein leichtes Kneifen entstehen. Dann kann der Sensor an einen anderen Finger, an einen Zeh oder mit einem anderen Sensortyp ans Ohr verlegt werden. Für manche Patientinnen und Patienten wird dieser kleine Sensor mit der Zeit sogar zu einem beruhigenden Zeichen der Überwachung.
Die Computertomografie (CT) ist eine Röntgenuntersuchung, bei der sehr dünne Schichtbilder eines Körperbereichs erzeugt werden. Eine Röntgenröhre rotiert um den Körper und die aufgenommenen Daten werden am Computer zu Bildern verarbeitet, die anschließend ärztlich ausgewertet werden.
Während der Untersuchung liegt die Patientin oder der Patient möglichst still auf einer Untersuchungsliege, die durch eine große ringförmige Öffnung fährt. Je nach untersuchtem Bereich liegen die Arme neben dem Körper oder über dem Kopf.
Das Personal beobachtet die Untersuchung hinter einer Scheibe und kann über eine Sprechanlage kommunizieren.
Je nach Fragestellung wird ein jodhaltiges Kontrastmittel über eine Infusion verabreicht, um bestimmte Strukturen besser sichtbar zu machen. Dabei kann vorübergehend ein Wärmegefühl im Körper auftreten.
Ein Monitor – auf französischen Intensivstationen häufig „Scope“ genannt – zeichnet Herzfrequenz, Atemfrequenz, Blutdruck und Sauerstoffsättigung kontinuierlich auf. Sensoren und Elektroden sind über Kabel mit dem Monitor verbunden. Bei auffälligen Veränderungen lösen die Geräte Alarme aus.
Die Monitore sind außerdem mit zentralen Überwachungsstationen verbunden, sodass die Patientin oder der Patient auch außerhalb des Zimmers überwacht werden kann. Auf einem typischen Monitor zeigt die grüne Kurve das EKG und die grüne Zahl die Herzfrequenz. Die blaue Kurve entspricht der Pulswelle; die dazugehörige Zahl zeigt die per Pulsoximeter gemessene Sauerstoffsättigung. Die rote Kurve kann den kontinuierlich über einen arteriellen Katheter gemessenen Blutdruck darstellen. Angezeigt werden systolischer und diastolischer Blutdruck sowie häufig in Klammern der mittlere arterielle Druck, ein wichtiger Wert für das Behandlungsteam.
Siehe die Seite Kontinuierliche Überwachung.
Das ARDS (Acute Respiratory Distress Syndrome, akutes Atemnotsyndrom) ist ein schweres Lungenversagen, das häufig eine Intubation und künstliche Beatmung erforderlich macht. Es kann verschiedene Ursachen haben, darunter schwere bakterielle oder virale Infektionen. Die Behandlung richtet sich gegen die Ursache und unterstützt gleichzeitig die betroffenen Organfunktionen, bis eine Erholung möglich ist.
Trachealsekret ist Schleim aus Lunge und Atemwegen. Bei einer Infektion kann er besonders reichlich und eitrig sein.
Farbe und Beschaffenheit können sich verändern und dem Behandlungsteam Hinweise auf den Verlauf einer Lungenerkrankung geben.
Wenn sich Sekret bei wachen Patientinnen und Patienten ansammelt, kann es sehr belastend sein – ähnlich wie bei einer schweren Bronchitis, nur dass bei Intubation häufig nicht wirksam abgehustet werden kann. Rasselnde Atemgeräusche oder ein Abfall der Sauerstoffsättigung können Hinweise darauf sein, dass abgesaugt werden muss.
Siehe Absaugung.
Sedierung bedeutet die Gabe von Medikamenten, die das Bewusstsein dämpfen oder die Patientin bzw. den Patienten tief schlafen lassen. Auf der Intensivstation kann sie eingesetzt werden, um ein oder mehrere Organe zu entlasten, Schmerzen und Belastung bei invasiven Maßnahmen oder Operationen zu vermeiden oder die Toleranz der mechanischen Beatmung zu verbessern. Siehe Anästhesie.
Sepsis ist eine lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion.
Anstatt den verursachenden Erreger – zum Beispiel Bakterien, Viren oder Pilze – kontrolliert zu bekämpfen, gerät die Immunreaktion außer Kontrolle und kann eigene Organe wie Lunge, Nieren oder Herz schädigen. Sepsis ist ein medizinischer Notfall. Entscheidend ist die schnelle und gezielte Behandlung der Infektion; zusätzlich kann eine Unterstützung ausgefallener Organfunktionen notwendig werden.
Mit Entwöhnung ist das schrittweise Reduzieren und Absetzen einer Behandlung gemeint. Besonders häufig spricht man von der Entwöhnung von der Beatmung, die je nach Situation wenige Tage bis mehrere Wochen dauern kann. Auch Medikamente wie Katecholamine werden häufig schrittweise reduziert.
Die Beatmungsentwöhnung – auch Weaning genannt – ist die Phase, in der die Patientin oder der Patient schrittweise wieder selbstständig atmen soll.
Dazu wird die Unterstützung durch das Beatmungsgerät nach und nach reduziert. Nach langer schwerer Erkrankung kann die Atemmuskulatur deutlich geschwächt sein. Eine vorübergehende Tracheotomie kann den Prozess erleichtern: Die Patientin oder der Patient kann tagsüber zeitweise ohne Beatmungsgerät atmen und für Ruhephasen oder nachts wieder angeschlossen werden. Gleichzeitig ist der Wiederaufbau der Muskulatur wichtig, etwa durch Mobilisation in den Sessel und schrittweises Aufstehen.
Diese Phase ist körperlich sehr anstrengend und die ersten Versuche, wieder allein zu atmen, können starke Angst auslösen. Beruhigende Reize, Unterstützung und Ablenkung können helfen, nicht jede Atembewegung ängstlich zu beobachten.
Manche Patientinnen und Patienten beschreiben das selbstständige Atmen später als angenehmes Gefühl, „als würden die Lungen wieder größer werden“.
Ja, auch auf der Intensivstation können die Haare gewaschen werden.
Da dies keine dringende Maßnahme ist, findet eine Haarwäsche meist an Tagen statt, an denen etwas mehr Zeit zur Verfügung steht. Dann kann sie zu einer echten Wohlfühlpflege werden. Wenn es nötig ist, darf man aber auch danach fragen.
Eine juckende Kopfhaut kann sehr unangenehm sein, und sich wieder sauber zu fühlen kann für wache Patientinnen und Patienten äußerst wohltuend sein.
Tipp ehemaliger Intensivpatientinnen und -patienten: Bei langen Haaren kann eine mitgebrachte entwirrende Pflege oder Haarkur helfen, starke Verknotungen zu vermeiden, die durch langes Liegen entstehen.
Mundpflege hält die Mundhöhle sauber und verringert das Risiko, dass Speichel und darin enthaltene Bakterien in die Lunge gelangen.
Dazu werden spezielle Mundpflegestäbchen verwendet, ähnlich großen Wattestäbchen. Sie werden mit Mundspüllösung befeuchtet und über Zähne, Zunge, Gaumen und die Innenseiten der Wangen geführt. Speichel und Flüssigkeit im Rachen können abgesaugt werden. Regelmäßig wird der Mund außerdem mit einer kleinen Lampe auf Auffälligkeiten wie beschädigte Zähne, ungewöhnliche Rötungen oder Schwellungen kontrolliert.
Diese Pflege ist wichtig, um beatmungsassoziierten Lungenentzündungen vorzubeugen. Für Betroffene kann sie erfrischend und angenehm sein, manchmal aber auch ähnlich wie eine Behandlung beim Zahnarzt als etwas invasiv empfunden werden. Verwirrte Patientinnen und Patienten versuchen mitunter, auf das Stäbchen zu beißen.
Siehe Mundpflegestäbchen.
Eine Magensonde bzw. Ernährungssonde ist ein Kunststoffschlauch, dessen Ende im Magen liegt. Sie kann in bestimmten Situationen dazu dienen, den Magen zu entlasten, häufiger wird sie jedoch zur Ernährung während des Intensivaufenthalts verwendet. Über die Sonde kann eine ausgewogene flüssige Nahrung mit Kohlenhydraten, Eiweiß, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen verabreicht werden. Eine Magensonde kann über die Nase oder den Mund eingeführt werden. In bestimmten Situationen kann eine Ernährungssonde über eine Gastrostomie direkt durch die Bauchdecke in den Magen gelegt werden. Eine nasale Sonde lässt nach der Extubation den Mund zum Sprechen frei, kann aber entlang ihres Verlaufs – besonders in Nase und Rachen – unangenehm oder schmerzhaft sein. Auch das Einführen über die Nase kann vorübergehend schmerzen.
Da eine Magensonde weniger fest fixiert ist als manche lebenswichtigen Zugänge, kommt es relativ häufig vor, dass sie versehentlich oder aus Unbehagen herausgezogen wird. Leider muss sie oft erneut gelegt werden, damit die notwendige Ernährung fortgesetzt werden kann – und das ist für die betroffene Person nicht besonders angenehm.
Ein Beatmungstubus ist ein Kunststoffschlauch, der über den Mund – selten über die Nase – in die Luftröhre eingeführt wird und so die künstliche Beatmung ermöglicht. Er wird meist mit einem Halteband am Kopf fixiert. Diese Fixierung kann Druckstellen an den Wangen verursachen. Die richtige Position muss stabil bleiben, damit die Beatmung sicher und wirksam funktioniert.
Am unteren Ende befindet sich ein aufblasbarer Cuff. Nach dem Legen wird er aufgeblasen und dichtet den Raum zwischen Tubus und Luftröhre ab, damit möglichst keine Sekrete aus Mund oder Magen in die Lunge gelangen.
Der Cuff-Druck wird regelmäßig kontrolliert; oberhalb des Cuffs angesammelte Sekrete können über eine zusätzliche Leitung abgesaugt werden.
Täglich wird geprüft, ob der Tubus in der richtigen Tiefe liegt und ob die Fixierung sauber und sicher ist. Häufig befindet sich zusätzlich eine Ernährungssonde im Mund- oder Nasenbereich, die in die Speiseröhre führt.
Mit einem Beatmungstubus kann man nicht:
> sprechen
> normal essen
> trinken
Für manche Menschen ist der Tubus sehr beängstigend, weil er Mund und unteren Gesichtsbereich stark einnimmt. Der Mund bleibt meist leicht geöffnet, wodurch Mundschleimhaut, Zunge und Wangen stark austrocknen können und das Durstgefühl verstärkt wird.
Ein Blasenkatheter ist ein weicher Kunststoffschlauch, der Urin kontinuierlich aus der Blase ableitet. Er wird verwendet, wenn die Urinmenge genau gemessen werden muss oder bei bewusstlosen Patientinnen und Patienten, damit die Haut trocken bleibt.
Der Katheter ist mit einem Auffangbeutel verbunden und wird durch einen kleinen Ballon in der Blase gehalten, damit er nicht herausrutscht. Die gemessene Urinmenge liefert wichtige Informationen über die Nierenfunktion. Wie jedes im Körper liegende Hilfsmittel kann auch ein Blasenkatheter das Infektionsrisiko erhöhen.
Das Gefühl kann anfangs verwirrend sein: Da die Blase nur wenige unterschiedliche Sinnesreize wahrnimmt, kann der Katheter als ständiger Harndrang empfunden werden, obwohl die Blase durch die kontinuierliche Ableitung weitgehend leer ist. Bestimmte Medikamente können diese Beschwerden lindern; häufig gewöhnt sich der Körper mit der Zeit daran.
Ein Stoma ist eine vorübergehende oder dauerhafte künstliche Öffnung, über die ein Teil des Verdauungs- oder Harntrakts durch die Bauchdecke nach außen geleitet wird. Sie wird operativ angelegt, wenn Stuhl oder Urin nicht mehr auf natürlichem Weg ausgeschieden werden können. Die Ausscheidungen werden in einem speziellen Beutel aufgefangen, der direkt auf die Haut geklebt wird.
Ein Stethoskop verstärkt Körpergeräusche und hilft Ärztinnen und Ärzten bei der Diagnostik. Auch Pflegefachpersonen und Physiotherapeutinnen bzw. Physiotherapeuten können damit Veränderungen des Zustands erkennen.
Mit dem Stethoskop hört man Herz und Lunge, aber auch den Bauch ab. Es kann außerdem im Rahmen bestimmter Kontrollen bei einer Magensonde verwendet werden.
Die runde Membran, die auf die Haut gelegt wird, kann sich manchmal etwas kalt anfühlen.
Eine posttraumatische Belastungsstörung kann entstehen, nachdem eine Person ein sehr belastendes oder bedrohliches Ereignis erlebt oder miterlebt hat – zum Beispiel einen schweren Unfall, einen Angriff oder einen Aufenthalt auf der Intensivstation. Betroffen sein können sowohl Patientinnen und Patienten als auch Angehörige.
Darauf sollte man achten, wenn eine Person noch Monate nach dem Intensivaufenthalt das Erlebte in Gedanken oder Albträumen immer wieder durchlebt, sehr ängstlich ist, Situationen meidet, die an das Ereignis erinnern – etwa Krankenhausbesuche – oder deutliche Veränderungen von Stimmung und Verhalten zeigt.
Eine geeignete psychologische oder psychiatrische Begleitung kann die Verarbeitung unterstützen. Wirksame Verfahren sind unter anderem kognitive Verhaltenstherapie, EMDR und bestimmte Expositionstherapien. Ein Gespräch mit einer qualifizierten Fachperson für psychische Gesundheit kann helfen, den Bedarf zu klären und eine passende Behandlung einzuleiten.
Siehe die Seite Psychische Folgen eines Intensivaufenthalts.
Ein Tumorlysesyndrom entsteht, wenn viele Krebszellen in kurzer Zeit zerfallen – spontan oder nach einer Behandlung. Dabei werden große Mengen von Zellbestandteilen ins Blut freigesetzt, die Nieren, Herz und Gehirn belasten können. Eine engmaschige Überwachung und gezielte Behandlung sind manchmal notwendig.
Die Körpertemperatur ist auf der Intensivstation ein wichtiger Wert und wird mehrfach täglich kontrolliert – mindestens alle zwei bis drei Stunden, in manchen Situationen deutlich häufiger.
Sie kann je nach Gerät im Ohr, unter dem Arm oder kontinuierlich über Sensoren in bestimmten Kathetern oder Sonden gemessen werden.
Die Temperaturkontrolle hilft, Infektionen frühzeitig zu erkennen. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sind Infektionen bei schwer erkrankten Intensivpatientinnen und -patienten nicht selten, daher ist eine schnelle Erkennung wichtig. In bestimmten Situationen wird außerdem gezielt eine Hypothermie zwischen etwa 34 und 36 °C herbeigeführt; auch dann ist eine genaue Temperaturüberwachung unverzichtbar.
Das Risiko einer Thrombose ist bei Immobilität, Gerinnungsstörungen oder Fremdkörpern in großen Venen und Arterien – etwa Kathetern oder ECMO-Kanülen – erhöht. Zur Vorbeugung erhalten Intensivpatientinnen und -patienten häufig gerinnungshemmende Medikamente, oft als Injektionen unter die Haut am Oberschenkel oder Bauch. Dadurch können Blutergüsse und kleine Verhärtungen entstehen, die mit der Zeit wieder verschwinden.
Die Körperpflege wird auf der Intensivstation meist im Bett durchgeführt, häufig mit einer Waschschüssel und Einmalwaschlappen. Der Körper wird abschnittsweise gewaschen, während nicht gewaschene Bereiche bedeckt bleiben, um die Intimsphäre zu schützen.
Bereich für Bereich wird die Haut mit Wasser und Waschmittel gereinigt, anschließend abgespült und getrocknet.
Wie dieser Moment erlebt wird, ist sehr unterschiedlich: Für manche ist er beruhigend, wohltuend und fürsorglich, für andere unangenehm, peinlich oder belastend.
Für das Pflegepersonal ist die Körperpflege eine normale und wichtige Maßnahme, um Hygiene und Hautgesundheit besonders verletzlicher Patientinnen und Patienten zu erhalten. Wenn es für die Person angenehm ist und die Zeit es zulässt, kann die Pflege bewusst langsam und wohltuend gestaltet werden. Empfindet sie sie als belastend, kann sie möglichst zügig und sachlich durchgeführt werden.
Der Alltag auf der Intensivstation wird durch regelmäßige Pflege- und Kontrollrunden strukturiert. In festgelegten Abständen gehen Pflegefachperson und Pflegeassistenz gemeinsam zu den ihnen zugeteilten Patientinnen und Patienten, um Pflegemaßnahmen und Überwachung durchzuführen.
Je nach Organisation und Fachgebiet finden solche Runden beispielsweise alle zwei, drei oder vier Stunden statt.
Auch das ärztliche Team führt Visiten in größeren Abständen durch.
Unabhängig davon sind alle Berufsgruppen selbstverständlich jederzeit für dringende Situationen verfügbar.
Bei einer Tracheotomie wird über einen kleinen Schnitt am unteren Hals eine Trachealkanüle direkt in die Luftröhre eingesetzt. Sie kann die Entwöhnung von der Beatmung erleichtern und beschleunigen, wenn dieser Prozess länger dauert oder der Tubus über den Mund zu belastend wird.
Nach Abheilung der Einstichstelle verursacht die Kanüle normalerweise keine Schmerzen mehr. Sie kann berührt werden, darf aber selbstverständlich nicht selbst entfernt werden. Auch wenn sie zunächst eindrucksvoll oder beängstigend wirken kann, erleichtert sie häufig die Rehabilitation und macht Mund und Rachen frei. Im Vergleich zum Beatmungstubus kann sie das Gefühl von Enge im Gesicht und die starke Mundtrockenheit vermindern.
Rund um die Kanüle können Sekrete austreten, da die Öffnung nicht vollständig dicht ist. Trachealsekret wird nun über die Kanüle abgesaugt.
Solange eine Trachealkanüle liegt, wird die Stelle täglich gepflegt. Dazu gehören unter anderem:
– Reinigung der Haut um die Kanüle mit einer sterilen, je nach Wunsch warmen oder kühlen Kompresse; bei Entzündung oder Infektion kann zusätzlich ein Antiseptikum verwendet werden.
– Wechsel der Tracheostomiekompresse, die Reibung zwischen Kanüle und Haut vermindert.
– Wechsel des Haltebands oder Tracheostomiekragens. Dies kann für Betroffene beängstigend wirken, weil sich die Kanüle währenddessen etwas bewegen kann. Wenn möglich, kann die Patientin oder der Patient die Kanüle vorsichtig mit festhalten, während das Pflegepersonal das Band anpasst.
Das Halteband kann bei längerer Nutzung die Haut reizen. Sanfte Kühlung oder Massage des Halses während des Verbandwechsels wird von manchen als angenehm empfunden.
Wenn eine Tracheotomie über längere Zeit besteht, kann die Kanüle regelmäßig gewechselt werden. Dabei wird die alte Kanüle entfernt und unmittelbar eine neue eingesetzt. Je nach Situation kann eine leichte Sedierung oder örtliche Betäubung angeboten werden. Der Wechsel kann unangenehm oder etwas schmerzhaft sein und gelegentlich kleine Blutungen verursachen.
In den meisten Fällen wird die Trachealkanüle später wieder entfernt. Die Öffnung verschließt sich meist innerhalb weniger Tage von selbst, häufig bleibt eine kleine Narbe am unteren Hals zurück.
Siehe Trachealkanüle.
Bei der Übergabe wechselt das Behandlungsteam und die ablösende Schicht übermittelt der nächsten alle wichtigen Informationen. Dieser Moment ist entscheidend für die Kontinuität und Sicherheit der Versorgung.
Übergaben sind deshalb im Tagesablauf geschützt und werden möglichst wenig unterbrochen, damit keine wichtigen Informationen verloren gehen.
Für Angehörige kann es so wirken, als sei das Team in dieser Zeit weniger verfügbar. Bei einem Notfall wird die Übergabe selbstverständlich sofort unterbrochen und alle kümmern sich um die dringende Situation.
Als Transport bezeichnet man die Verlegung einer Patientin oder eines Patienten innerhalb des Krankenhauses, zum Beispiel zu einer Untersuchung oder Operation. Überwachung und Behandlung müssen dabei ohne Unterbrechung fortgeführt werden. Solche Transporte sind organisatorisch anspruchsvoll und werden von entsprechend geschultem Personal begleitet.
Je nach Infrastruktur kann die Person im Intensivbett oder auf einer schmaleren Transportliege bewegt werden. Deren Matratze ist meist dünner, was sich für die Patientin oder den Patienten härter anfühlen kann.
Beim Umlagern ziehen mehrere Mitarbeitende häufig gemeinsam am Laken, während eine Person am Kopf die Bewegung koordiniert, Schläuche und Leitungen überwacht und gegebenenfalls den Tubus sichert.
Notwendige Geräte werden mitgenommen: ein Transportbeatmungsgerät, ein mobiler Monitor sowie alle Pumpen oder Medikamente, die nicht unterbrochen werden dürfen.
Wenn das Herz dauerhaft schwer geschädigt ist, kann es in bestimmten Situationen durch das Herz einer verstorbenen Spenderperson ersetzt werden. Dies nennt man Herztransplantation. Danach sind lebenslange medizinische Nachsorge und die tägliche Einnahme von Medikamenten zur Unterdrückung der Abstoßungsreaktion notwendig. Ein transplantiertes Herz kann bei guter Funktion viele Jahre bis Jahrzehnte arbeiten.
Dysphagie bzw. eine Schluckstörung kann nach längerer Nichtbenutzung der Schluckmuskulatur oder aufgrund neurologischer Schäden auftreten. Geschwächte Muskeln können dazu führen, dass Speisen oder Flüssigkeiten teilweise in die Atemwege gelangen. Dies kann Husten beim Essen und Trinken sowie Lungeninfektionen verursachen. Je nach Ausprägung können feste Speisen, Flüssigkeiten oder beides betroffen sein.
Wenn eine Patientin oder ein Patient beim Essen oder Trinken regelmäßig hustet, sollte an eine Schluckstörung gedacht werden. Die Mahlzeit sollte dann unterbrochen und das Behandlungsteam informiert werden. Eine Untersuchung kann beispielsweise durch HNO, Logopädie oder Physiotherapie erfolgen. Mögliche Maßnahmen sind eine Anpassung der Nahrungskonsistenz, ergänzende enterale Ernährung und gezieltes Schlucktraining.
Herzrhythmusstörungen sind abnorme Herzschläge, die zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig sein können. Viele Rhythmusstörungen sind harmlos und in der Allgemeinbevölkerung häufig. Andere können die Herzfunktion erheblich beeinträchtigen und zu Schwindel, Bewusstlosigkeit oder sogar Herzstillstand führen. In solchen Fällen sind kontinuierliche Überwachung und gegebenenfalls dringende Behandlungen notwendig.
Ein Sprechventil wird außen auf eine Trachealkanüle gesetzt, nachdem deren Cuff entblockt wurde. Es ist ein Schritt in der Beatmungsentwöhnung und ermöglicht das Sprechen.
Beim Einatmen lässt das Ventil Luft durch die Trachealkanüle einströmen. Beim Ausatmen schließt es, sodass die Luft nicht auf demselben Weg zurückströmen kann. Stattdessen fließt sie durch Rachen, Mund und Nase nach außen. Weil der Cuff entblockt ist, gelangt die Ausatemluft wieder an den Stimmbändern vorbei und kann sie in Schwingung versetzen – dadurch wird Sprechen möglich.
Wie eine Patientin scherzhaft sagte, kann man „nicht sofort die Traviata singen“. Der Körper muss erst wieder lernen, den Ausatemstrom gezielt zu dosieren und für Sprache zu nutzen. Die ersten Versuche können anstrengend sein, werden aber meist als sehr befriedigend erlebt, weil endlich wieder eine eigene Stimme möglich ist.
Vasopressoren sind Medikamente, die den Blutdruck erhöhen, indem sie die Blutgefäße verengen. Sie werden eingesetzt, wenn der Blutdruck zu niedrig ist, um die Organe ausreichend mit Blut zu versorgen.
Von einem vegetativen Zustand spricht man, wenn nach einer schweren Hirnschädigung und ohne sedierende Medikamente nur noch grundlegende Reflexe und Schlaf-Wach-Zyklen vorhanden sind. Betroffene können die Augen öffnen, gähnen oder unwillkürliche Bewegungen zeigen, haben jedoch nach medizinischem Verständnis kein bewusstes Erleben ihrer selbst und ihrer Umgebung.
Ein Beatmungsgerät – auch Ventilator oder Respirator genannt – verabreicht ein an den Bedarf angepasstes Gasgemisch und steuert dabei Volumen, Druck und Atemfrequenz. Dadurch wird ein ausreichender Sauerstoffgehalt im Blut aufrechterhalten und Kohlendioxid abgeatmet. Das Gerät unterstützt die Atmung bei Lungen- und teilweise auch Herz-Kreislauf-Versagen. Es wird zudem bei bewusstlosen Patientinnen und Patienten eingesetzt, wenn die Atemwege geschützt werden müssen. Bei invasiver Beatmung ist die Person über einen Tubus in der Luftröhre mit dem Gerät verbunden; das Einführen des Tubus erfolgt unter Narkose.
Je nach Bedarf und vorhandener Eigenatmung kann das Beatmungsgerät unterschiedlich eingestellt werden, um genau die notwendige Unterstützung bei möglichst guter Verträglichkeit zu bieten.
Die nichtinvasive Beatmung (NIV) ist in bestimmten Situationen eine Alternative zur Intubation. Ein Beatmungsgerät unterstützt die Atmung mit Druck, die Luft wird jedoch über eine dicht sitzende Gesichtsmaske statt über einen Tubus zugeführt.
Für Patientinnen und Patienten kann sich die NIV anfangs ungewohnt oder unangenehm anfühlen, weil der Luftdruck in den Atemwegen sehr fremd wirkt. Eine gute Anpassung der Geräteeinstellungen an Bedarf und Komfort ist wichtig, damit diese wirksame Therapie gut toleriert wird.
Nach einer Eingewöhnungsphase kann die NIV beruhigend wirken und das Gefühl vermitteln, wieder besser Luft zu bekommen.
Die Maske kann Druckstellen verursachen und Luftlecks – besonders in Richtung Augen – können störend sein. Die richtige Maskengröße und weiche Silikonauflagen können helfen, die Dichtigkeit zu verbessern und anatomisch bedingten Druck zu reduzieren.
Viren sind Mikroorganismen, die Krankheiten verursachen können. Sie dringen in Körperzellen ein und nutzen deren Mechanismen, um sich zu vermehren. Die infizierten Zellen produzieren neue Viruspartikel, die freigesetzt werden und weitere Zellen infizieren können. Antibiotika wirken nicht gegen Viren, können aber eingesetzt werden, wenn sich im Verlauf zusätzlich eine bakterielle Infektion entwickelt.
ZVK steht für zentralvenöser Katheter.
Zentralvenöse Katheter ermöglichen die sichere Gabe vieler intensivmedizinischer Medikamente, zum Beispiel Katecholamine wie Noradrenalin. In bestimmten Fällen können sie außerdem zur Druckmessung in großen Gefäßen dienen. Das Legen erfolgt steril unter örtlicher Betäubung; auch die weitere Pflege muss unter sterilen Bedingungen durchgeführt werden.